Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 4 (April 1911)
- Article
- Leipzig
- Date
- 1911-04-01
- Page
- 224 (sequence 2)
- Language
- German
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224 Im deutschen Reich. heit gegeben, seine Rede vom Stapel zu lassen. Möglich auch, daß die anderen Parteien nicht genug Selbstverleugnung besaßen, ihre Redefreiheit aus dem Grunde zu beschränken — genug, man konnte oder wollte es nicht verhindern, daß Herr Bruhn zum Worte kam. Deshalb nimmt der stills ch w e i g e n d e Boykott, der über H e r r n Br u h n verhängt zu sein scheint, diesmal andere Formen an. Sobald der Präsident seinen Namen ruft, leert das Haus sich mit e r st aunlicher Ges ch windigkeit; von den Nationalliberalen bleibt, soweit man sehen kann, kein einziger zurück, und Summa Summarum ist kaum ein Dutzend Abgeordneter anwesend, die eifrig schreiben oder lesen. Jedenfalls hat Herr Bruhn die Genugtuung, daß sein Hörerkreis gerade groß genug ist, um einen soliden Skat spielen zu können." — Und einem Abgeordneten, der in dem Reichstage eine Rolle spielt, die selbst Dr. Liman als unwürdig schildert, , sollte der W a h l k r e i s A r n s w a l d e - F r i e d e b e r g wiederum sein Mandat übertragen? Auf konservative Stimmen scheint Bruhn zu verzichten, da in seinem Blatte, anknüpfend an eine Besprechung des in der Max v. Löwensteinschen Sammlung enthaltenen alten .Liedes von den Schnapphähnen kürzlich von den Junkern gesagt wurde: „Die N achkommen dieser Schnapphühne tragen heute ihre Haut nicht mehr zu Markte, aber im Schnappen sind sie die alten Hähne geblieben. Nur sind sie schlauer als ihre Ahnen waren. Sie machen den Bauern vor, daß deren Interessen die gleichen seien wie die ihrigen. Aber die Bauern genießen nicht die Vorteile der Fideikommisse noch sonstige Privilegien, besetzen nicht die hohen Offiziers- und Beamtenstellen, beanspruchen nicht die Belehnung mit billigen Restgütern; dagegen müssen sie bei jedem Besitzwechsel und Grundkauf die höchsten Gebühren zahlen, während die Junker alle Lasten und neuen Steuern auf das schaffende Volk abzuladen versuchen." — Als eine Illustration zu dem in dem Märzheft dieser Zeitschrift veröffentlichten Artikel „Christliche Reklame und unlauterer Wettbewerb" dürfte das spaltenlange Inserat des zahntechnischen Instituts von C u r t Kr ü g e r i n Leipzig anzuseh-en sein, das in den „Leipziger Neuesten