Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 4 (April 1911)
- Article
- Wieder eine Erlösung des Judentums
- Date
- 1911-04-01
- Page
- 190 (sequence 2)
- Language
- German
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190 Im deutschen Reich. reichert durch eine Reihe tiefer, mystischer und p a u L h e i st i s ch e r Vorstellungen, die Lehre v o m Erlöser, von dessen Persönlichkeit ja auch der Talmud spreche, der Glaube an den die Menschheit stets zum Fortschritt führenden heiligen Geist der Weltgeschichte, alles dies seien Elemente, welche jeden Lieferen Geist a n Zi e h e n und jedes innige Gemüt ergreifen m ü ßLe n". Daß Taus ende und Abertausende der Juden die Gelegenheit wahrnähmen, solchen Vorstellungen, die in der deutschen Nation lebendig seien, näherzutreten, halte er für einen Segen und für ein Glück. Daneben müsse die Mischehe das einigende Band bilden, welches die Rassenverhältnisse vollkommen auszugleichen und in den folgenden Generationen jene seelische Vereinigung hervorzurusen vermöge, deren Vorteile er erwähnt habe. Köhler begründet den leider vielfach bestehenden Gegensatz zwischen Juden und Christen mit der Behauptung, durch die Synagoge würden die Juden von der übrigen Bevölkerung fern gehalten. „Die Vereinigung mit der Synagoge umfasse nicht nur ein religiöses, sondern ein nationales Element in sich." Die infolge seines Aufsatzes eröffnete Diskussion hat dann Köhler noch einmal veranlaßt, zu der behandelten Frage Stellung zu nehmen und sich mit seinen Widersachern zu beschäftigen. In seinem zweiten Artikel führt er aus, er habe deutlich genug zu erkennen gegeben, daß er jedem seinen Glauben lassen wolle, daß aber Tausende und Abertausende von Juden in ihrem Glauben sich vollkommen mit dem Protestantismus eins fänden; und wenn sie dies täten, so sei es redliche Ueberzeugungstreue, daß sie durch die Taufe diese Uebereinstimmung bekundeten. Der Protestantismus habe es verstanden, die mittelalterlichen Dogmen in moderne Denkformen zu verwandeln und Tausende und Millionen seien dieser Denkungsart. So auch gerade, was die Taufe Betreffe, d i e auch ohne mystischen Symbolismus einfach die Uebernahme in eine Einheit versinnbildliche, welche an die P ers ö nl i ch k e i L dessen a n k n ü p f L, der den größten Einfluß aus die W e L t g e s ch i ch t e a u s g e ü b t ha b e,