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Im deutschen Reich · 1911-02-01 · Heft 2 (Februar 1911) · p. 72

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 2 (Februar 1911)
Article
Eine neue Versammlung gegen die Zurücksetzung der Juden im Heere
Date
1911-02-01
Page
72 (sequence 2)
Language
German
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72 Im deutschem Neich. und der preußischen Verfassung einen derartigen Mißbrauch unmöglich machen, nach denen alle Stellen, die der Staat zu vergeben hat, allen Bürgern des Landes nach Maßgabe ihrer Befähigung und der Gesetze, nicht aber ihres religiösen Bekenntnisses zugänglich sein sollen. In Wirklichkeit jedoch ist die Religion für die Besetzung leitender Stellen im Heere entscheidend. Ist doch erst in letzter Zeit das Wort gefallen, daß nur ein guter C h r i st ein g u ter S o l d a t sein könne. Einen großen geschichtlichen Irrtum stellt dieses Wort dar. Zahlreich sind die Niederlagen, die heidnische Heere im Laufe der Geschichte christlichen Arnneen durch militärische Tüchtigkeit beigebracht haben; gerade der letzte große Krieg zwischen, R n ß l a n d it n d I a p a n ist ein glänzendes Beispiel für den Sieg eines Volkes, das Gott und die göttliche Gerechtigkeit uicf}t aus seine Fahnen geschrieben hatte. Trotz der Falschheit dieses Wortes wird im deutschen Heere danach gehandelt, indem man zwar die Aichtchristen als wünschenswerte Verstärkung im Ernstfälle nicht ausschließt, ihnen aber allen Einfluß im Heere versagt. Ausschlaggebend für dieses Vorgehen: ist nicht die jüdische Rasse, wie von antisemitischer Seite behauptet wird, denn die T au.se macht den Juden 511m aktiven und Reserveoffizier geeignet. Die Staatsregierung belohnt diejenigen, die auf den Glauben ihrer Väter äußerer Vorteile wegen verzichten (Pfuirufe), wodurch die -öffentliche Moral weiter Volkskreise verwüstet werden muß (lebhaftes Bravo). Es ist schon früher wiederholt versichert worden, daß niemand seines Glaubens willen im Heere zurückgesetzt werde. Dem widerspricht aber eine Kabinettsorder dom Jahre 1890, in der der Kaiser die Kreise bezeichnet, aus denen sich das aktive Offizierkorps ergänzen soll. H. a. wird da verlangt, daß die .Offiziere nur aus svlrben Familien hervorgehen dürften, in denen christliche Sitte herrsche (hört, hört). Die Tatsachen zeigen 'uns, daß diese Bestimmung im aktiven Offizierkorps ihren: eigentlichen Sinne imdj verstanden worden ist, indem strikt danach gehandelt wird. Die Ansichten der aktiven Offiziere sind aber erst recht für das Reserveofftzierkorps maßgebend. So werden die j ü d i s ch e n S t a a t s b ü r g e r wegerl ihres Glaubens ausgeschlossen. Die Antisemiten allerdings

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