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Im deutschen Reich · 1911-03-01 · Heft 3 (März 1911) · p. 155

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 3 (März 1911)
Article
[Ohne Titel] / Schneider, M.
Date
1911-03-01
Page
155 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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Vereinsnachrichten. 155 ba§> antisemitische Horn. Dagegen bewahre die katholische „Kölnische Volks-Zeitung" im Gegensatz zu dem größten Teil der Centrumspresse in der Judenfrage eine korrekte Haltung, ebenso wie es unter den Centrumsführern Männer, wie Dr. Sch adle r u. a., gebe, deren Verhalten in dieser Frage Anerkennung verdiene. Die s o z i a l d e m o k r a t i s,ch e Partei könne, weil sie die absolute Gleichheit und Freiheit erstrebe, kein Vorurteil gegen die Juden bekunden. Sie habe in den Vertretungskörper eineganze Anzahl Juden hineingebracht, und wenn man auch zu ihren politischen .Gegnern, gehöre,, müsse man ihr die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß sie daran festhalte, daß Religion Privatsache.oder richtiger Herzenssache sei und niemand das Recht habe, im politischen Leben nach dem Religionsbekenntnis zu fragen. Der. Vortragende kennzeichnete dann noch die Stellung der Nationalliberalen und der f o r t s ch r i t t - l i ch e n V o l'k spa r't e i, wobei er bezüglich der letzteren versicherte, daß sie in der Judenfrage niemals eine antisemitische' Schwäche gezeigt habe. In keinem der von diesen Liberalen jemals aüsgegebenen Programme hätten Spuren einer solchen Volksverhetzung Platz gefunden. Die Mitglieder dieser Partei hegen vielmehr Achtung vor jeder religiösen Ueberzeugung. Bei den N a ti on all i beraten könne auch nicht von Antisemitismus im Parteiprogramm die Rede sein, aber ganz fehle doch die antisemitische Arabeske nicht, indem einzelne Mitglieder ihrer Gesinnung nach dem Bund der Landwirte nahestehen. Es sei aber zu hoffen, daß die Partei gegen diese Elemente Stellung nehmen werde. Hätte sich aus der vorausgegangenen Darstellung eine Verschlechterung in der Stellung mancher Parteien zum Antisemitismus ergeben, so lasse sich doch nicht verkennen, daß eine Gesundung der Verhältnisse im Werden sei. Die Ueberzeugung sollte jedoch sich noch mehr verbreiten, daß das Unkraut des Antisemitismus ganz ausgejätet werden müsse. Das sei für den Liberalismus eine wesentliche Aufgabe, und damit würden wir zu den guten Verhältnissen einer freiheitlichen Zeit zurückkehren. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß seine Worte mit dazu beitragen möchten, die Ueberzeugung zu verbreiten, daß es dringend notwendig sei, durch Ausscheiden des antisemitischen Elements wieder ein

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