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Im deutschen Reich · 1911-03-01 · Heft 3 (März 1911) · p. 148

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 3 (März 1911)
Article
[Ohne Titel] / Schneider, M.
Date
1911-03-01
Page
148 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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14S In: deutschen Reick. des.Betruges angeklagt, in der ersten Verhandlung vor den: Schöffengericht freigesprochen, ist jetzt aber in der Berufungsinstanzvon der Strafkammer zu 4 Wochen Gefängnis als Zusatzstrafe verurteilt worden. Herr Rosenfeld verbüßt nämlich gegenwärtig ly* Jahre Gefängnis in Plötzensee — wegen Diebstahls. — Das Theater „F 0 l i e s Cap r i c e", das wohl ganz ruhig von der Oberfläche Berlins verschwinden könnte, ohne daß dadurch eine Lücke in das künstlerische Empfinden des Publikums gerissen-würde, setzt mit seinem jetzigen Repertoirestück „Der Feldwebelhügel" allem, was bisher an Unnatürlichkeit und Unwahrhaftigkeit auf der Bühne geboten worden ist, die Krone auf. Die widerwärtigen Karikaturen des Juden und der jüdischen Eigenart, mit denen die Folies-Capriee-Leute ihre sonst recht schwächlichen Darbietungen würzen zu müssen glaubten, erregten schon in jeden: anständig empfindenden Juden ein ästhetisches Unbehagen; das jetzige Machwerk aber, das dem Geist des zur Vorsicht nicht genannten Autors keine allzu große Ehre macht, muß unwillkürlich im Zuschauer die Vorstellung Wachrufer:, als befände er sich im antisemitischen Wirtshaus, welches zur Belustigung seiner Gäste antisemitische Clownspäße zum Besten gibt. Die Tendenz des „Feldwebelhügels" läuft darauf hinaus, die Juden in ihrer Eigenschaft als Soldaten verächtlich zu machen. Leider haben wir kein Mittel, um solchen „Dichtern" das Handwerk völlig zu legen: aber bis zur äußersten Grenze unserer Machtmittel sollten wir in dieser Beziehung wenigstens gehen. Fraglos rekrutiert sich — und das ist sehr zu bedauern — ein großer des Stammpublikums der „Folies Caprice" aus der jüdischen Bevölkerung. Es wäre wünschenswert, daß diese geschlossen ein Theater .miede, in welchem von der Bühne herab das Judentum verhöhnt und geschmäht wird. Hier ist der Boykott eine moralisch begründete Maßnahme; denn er entspringt der Notwehr und richtet sich gegen Leute, die dem Vogel gleichen, der sein eigenes Nest beschmutzt. — Leider scheint in jüngster Zeit auch Herr Dr. Zickel, der allerdings dem Judentum nicht mehr angehört, Geschmack an der jüdischen Karikatur gefunden zu haben. Schon die Figur des Ofsiziersburschen Ornstein im „Feldherrnhügel"

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