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Im deutschen Reich · 1911-01-01 · Heft 1 (Januar 1911) · p. 41

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 1 (Januar 1911)
Article
[Ohne Titel]
Date
1911-01-01
Page
41 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Vereinsnachrichten. 41 entschlossen sei, das' in Sachsen bestehende Schächtverbot anfzuheben. In: amtlichen „Dresdener Journal" vom 22. Dezember ist nun die Verordnung des Ministeriums des Innern über das Schlachten veröffentlicht, wonach die seit 1892 in Sachsen landesrechtlich verbotene jüdische rituelle Schlachtungsmethode sreigegeben ist. Das „Dresdener Journal" bemerkt zu dieser Verordnung: „In Sachsen war seinerzeir die Meinung dem Schächten vornehmlich deshalb wenig günstig, weil das Nieder legen der Schachttiere, das dem Schächtschnitt vorangeht, so, wie man es damals aus zu führen verstand, mit Qualen für die Tiere verbunden schien. Konnten doch bei den früher angewandten Methoden selbst Hörner- und Beinbrüche der Tiere während ihres Mederlegens nicht mit Sicherheit vermieden werden. Inzwischen sind nun neue Methoden für das Niederlegen gefunden worden, die volle Gewähr gegen Verletzungen und schwerere Beängstigungen der Schächttiere bieten. Schon lange hatten auch Männer der Wissenschaft und Praxis in großer Zahl mit Entschiedenheit die Ansicht vertreten, daß sich sachgemäßes Schächten frei von jeder Tierquälerei halte, und noch in letzter Zeit sind von berufener Seite Gutachten des gleichen Inhalts abgegeben worden. Der grundsätzliche Ausschluß des Schüchtens, womit Sachsen in Deutschland allein stand, ließ sich deshalb um so weniger noch länger aufrechterhalten, als das jüdische Religionsgesetz den Genuß des Fleisches nicht geschachteter Tiere verbietet, und sonach die in Sachsen lebende gesetzestreue Judenschaft gezwungen war, ihre Fleischnahrung von außerhalb Sachsens zu beziehen, wenn sie sich nicht des Fleischgenusses gänzlich enthalten wollte. Eingehende Vorschriften der neuen Verordnung regeln das Schächten näher und geben Sicherheit dafür, daß es jederzeit sachgemäß und ohne Tierquälerei zur Ausführung gelangen wird." — Die Versammlung, die gemeinsam von dem Verband der Deutschen Juden und von dem C e n t r a l - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens am 24. November im Saale der „Gesellschaft der Freunde" in Breslau veranstaltet wurde, gestaltete sich zu einer großen Protestkundgebung gegen die Zurücksetzung der Juden und die Schmälerung ihrer versassnngs-

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