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Im deutschen Reich · 1911-01-01 · Heft 1 (Januar 1911) · p. 33

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 1 (Januar 1911)
Article
Berlin
Date
1911-01-01
Page
33 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 33 nicfyt mehr die Führerin in nationalen Dingen, sie ist gleichsam auch erstarrt. Studentisches Leben erblickt unsere akademische Jugend vielfach nur noch in sinnlosen Kneipgelagen und Bierkomments, damit aber hilft man unserem Volke nicht über die allgemein zu nehmende Geistesverflachung hinweg. Die Vereine deutscher Studenten entstanden. Was sind sie heute? Wir wagen diese Frage nicht zu beantworten. Wann wind diesen Vereinen eine Verjüngung widerfahren? Wohl haben sich hier in Berlin ein paar Dutzend Studenten zusammengeschlossen im „Verband deutsch-völkischer Studenten/'; ob aber sie den alten B. D. St. mit sich fortzureißen vermögen, ob sie gegen die, Lauheit und Gleichgültigkeit der akademischen Jugend , aufkowmen können, das erschein: uns mehr als fraglich." — Unter der Ueberschrift „W a n d l u n g e n im K hfsh ä u s e r - V er b a n d?" veröffentlicht Dr. Karl K o r m a n n in den „Akademischen Blättern" und in der fünften Auflage des „Taschenbuchs für den Kyffhäuser-Verband" einen Artikel, der vollinhaltlich unsere Annahme bestätigt, daß der Verein Deutscher Studenten nach wie vor antisemitisch geblieben ist und wie kürzlich Rechtsanwalt Bredereck öffentlich erklärte, seinen Antisemitismus nur vertieft hat! Dr. Kormann schreibt: „Wir gingen aus vom Antisemitismus. Das. war zunächst ein rein negativer Gedanke; es war jene allgemeine Reaktion des nationalen Empfindens gegen den überwuchernden und zersetzenden Einfluß fremder Bestandteile, in unserem Volkskörper. Schon früh aber gewann unsere Bewegung einen positiv nationalen Gehalt, so daß die spezielle antisemitische Tendenz zu einer bloßen Folgerung aus einem viel allgemeineren positiven Grundgedanken wurde; positiv national wollten unsere Vereine sein und darum mußten sie den jüdischen Internationalismus bekämpfen. Aber auch hier blieb die Entwicklung noch nicht stehen: weil wir zu jeder Zeit die größte Aufmerksamkeit dem Gegner zuwandten, der gerade zur gegebenen Zeit der gefährlichste zu sein schien für unsere nationale Entwicklung, so konnte die Judenfrage, die ursprünglich einen so breiten Raum in unseren Erörterungen beansprucht hatte, mehr und mehr in den Hintergrund treten; denn heute ist der Gedanke des g e - s e lls cha ftli ch en A n t is emiti s m it s j a s o ziem-

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