Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 26 (sequence 4)
- Language
- German
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Im deutschen £fteid£). *26 sinn: „Die Rede, die MN 26. Novbr. 1910 der sozialdemokratische Abg. Ledebour int Aufträge des Judentums gegen den deutschen Kaisen gehalten hat, sollte jedem Deutschen, auch dem deutschen Arbeiter, endlich beweisen, daß das von der Sozialdemokratie angeblich erstrebte republikanische Deutschland nur ein Germanien unter absoluter Judenherrschaft sein kann und auch sein wird. — Hör' Du's, deutscher Kaiser und König von Preußen, und bedenke wohl, daß Herr Ledebour für die ganze Judenschaft von Ballin bis Singer gesprochen hat! And diese Judenschaft betreibt ohne Unterlaß dom rechten bis zum linken Flügel mit klug überdachtem und geheimgehaltenem Feldzugsplan nichts anderes als die „Ersetzung" des Hauses Hohenzollern durch das Haus Jakob . . ." Und diese Standrede schloß mit der Zumutung an den Kaiser, sich an die Spitze einer allgemeinen Judenverfolgung zu stellen, und mit dem väterlich klingenden Zuruf: „Schweige u n d handle!" Ter Leitartikler der „Staatsbürger-ZeiLung", der unserem Kaiser Schweigen und eine antisemitische Handlungsweise gebietet, ihnt auch vorschreibt, mit wem er künftig umgehen darf und mit wen: nicht, ist ein sonderbarer Monarchist, der seinen Kaiser selbst für keinen Royalisten vom richtigen Gepräge hält. Derartiges wäre undenkbar, wenn sich nicht die konservative Partei so lange und so tief mit der antisemitischen Demagogie eingelassen Härte, wenn das Organ des Bundes der Landwirte, die „Deutsche Tageszeitung", nicht durch gemeinsame Berichterstatter und andere Gefälligkeiten gegen die „StaaLsbürger-Zeitung" bewiesen hätte, daß ihre Vorliebe für das judenfeindliche Treiben sie antimonarchische Entgleisungen und Anrempelungen der Minister und der konservativen Parteileitung großmütig übersehen läßt. Wen Gott verderben will, den schlägt er mit Blindheit; ungewarnt durch die wiederholten Niederlagen, beharren öie Tivoli-Konservativen in der für sie verhängnisvollen Genossenschaft einer wenig vornehmen Schar antisemitischer Großsprecher, von denen sie eine wirksame Unterstützung erhoffen, weil sie den gesunden Sinn des deutschen Bürgertums so weit unterschätzen,