Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- Die antisemitischen Handlungsgehilfen im Lichte der Statistik
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 23 (sequence 9)
- Language
- German
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Umschau. 23 liches. Sobald sie aber in ihrer Bereinigung das hervorstehende Kennzeichen einer FachorganisaLion darstellen, können sie zu einer öffentlichen Gefahr werden, wenn diese Organisation die Interessen eines ganzen Standes zu vertreten oorgibt, der tatsächlich inr allgemeinen auf einer höheren Stufe steht. Der antisemitische Charakter des Deutsch-nationalen Handlungsgehilfenverbandes erklärt sich vielleicht gerade aus seinem, nunmehr statistisch erwiesenen Manko an höheren Eigenschaften. * Umschau. erm auch der Central-Verein, der seit 18 Jahren mit stets wachsendem Erfolge die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der politischen Richtung zusammenfaßt, sich satzungsgemäß von dem politischen Parteitreiben fernhält und seine Mitglieder bezüglich ihrer Stellung im politischen Leben in keiner Weise beeinflußt, nimmt er doch lebhaften Anteil an dem Umschwung, der sich neuerdings in der Stimmung der gesamten deutschen Bevölkerung vollzieht und eine Wendung zu besseren Verhältnissen erhoffen läßt. Mögen die deutschen Juden in bezug aus ihre politischen Anschauungen auch den verschiedensten Richtungen angehören; in einem Punkte müssen sie doch alle einig sein, in dem warmen Empfinden für Recht und Pflicht, in dem Streben nach Gedanken- und Gewissensfreiheit. Damit ist ihnen aber auch für ihr politisches Verhalten die Richtschnur gegeben: sie müssen es für eine Versündigung an ihrer vaterländischen Gesinnung und am Judentum halten, jemals den Rückschritt zu fördern, irgendwie, sei es durch offene Parteinahme für Dunkelmänner und Judenfeinde oder durch Versäumung der Wahlpflicht, solchen Parteien, die direkt oder indirekt gegen die ehrliche Verwirklichung der Gleichberechtigung aller Deutschen der verschiedensten religiösen Bekenntnisse wirken, Vorschub zu leisten und dadurch dem, was der edle Kaiser Friedrich eine „Schmach des Jahrhunderts" nannte, zu einer dauernden Einrichtung zu verhelfen. Damit hat es wohl noch gute Wege; im deutschen Volke lebt und webt noch