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Im deutschen Reich · 1910-12-01 · Heft 12 (Dezember 1910) · p. 827

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 12 (Dezember 1910)
Article
Berlin
Date
1910-12-01
Page
827 (sequence 3)
Language
German
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Korrespondenzen. 827 rufung verworfen und sich dem Urteil des Schöffengerichts angeschlossen. Dr. Hahn will dagegen Revision einlegen. — Der „Berliner Börsen - Courier" berichtet: „Der frühere ReichstagZabZeordnete Schack ist wieder hergestellt. Seine Beleidigungsklage gegen einen Königsberger Kaufmann ist deshalb nach der Verschiebung infolge seiner Erkrankung jetzt auf den 6. Dezember angesetzt." -st Gießen, 10. November. Der hiesige bekannte antisemitische Agitator Reuter hatte gegen die Gebrüder Joseph in Wenings i. Oberhessen Privatklage wegen Beleidigung erhoben, weil sie ihn in einer öffentlichen Versammlung einen Landstreicher genannt und in bezug auf ihn geäußert haben sollten „es ist nicht weit von Butzbach (Zellenstrafanstalt)". Die Verhandlung fand am 8. November vor dem Amtsgericht Ortenberg statt." Wegen der Beleidigung wurden die Gebrüder .Joseph freigesprochen und der Privatkläger Reuter mit sämtlichen Kosten des Verfahrens betastet. 7 Wien, 5. November. Bei der Stichwahl in dem zweiten Wiener Gemeindebezirk wurde am 3. November an Stelle des verstorbenen B ür g erm e ist e r Dr. Lueger der Sozialdemokrat Schuhmeier in den Landtag gewühlt. Der Wahlkampf wurde auf beiden Seiten mit großer Erbitterung geführt. Im Oktober 1908 war Dr. Lueger in der Leopoldstadt mit 12 338 von 23 860 Stimmen im'ersten Wahlgang gewählt worden. Jetzt ist der Christlichsoziale Preyer mit 11 625 Stimmen gegen den Sozialdemokraten Franz Schuhmeier, der 12 761 Stimmen erhielt, unterlegen. Obwohl bei der jetzigen Wahl 1117 Stimmen mehr abgegeben wurden als im Oktober 1908, haben die Christlichsozialen gegen damals 713 Stimmen verloren, während die Sozialdemokratie einen Zuwachs von 1816 Stimmen zu verzeichnen hat. Die christlichfoziale Presse ist sehr niedergeschlagen über diese Niederlage. Das Geßmann feindliche „Deutsche Volksblatt" schreibt diesem die Schuld zu, weil er entgegen den Grundsätzen der Partei keinen entschlossenen Antisemiten aufgestellt, sondern um die Unterstützung der Juden des Bezirks gebuhlt habe. Das Geßmann ergebene Blatt, die „Reichspost" läßt dagegen seine Wut an den Juden aus, die Schuhmeier zu Hilfe gekommen seien, und stellt sie ans diesem Anlasse als Hilfstruppe des Umsturzes hin. — In Wirklichkeit waren

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