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Im deutschen Reich · 1910-12-01 · Heft 12 (Dezember 1910) · p. 818

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 12 (Dezember 1910)
Article
[Ohne Titel]
Date
1910-12-01
Page
818 (sequence 5)
Language
German
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818 Im deutschen Reich. sätze urib zur Stärkung antisemitischer Anschauungen bienen kann. — Es war uns mitgeteilt worden, daß der „N o r d - deutsche Lloyd" keine jüdischen S ch i s f s ü r z t c einstelle. Von einem Vertrauensmann unseres Vereins ist eine bezügliche direkte Anfrage an das Zentralbureau des Norddeutschen Lloyd gerichtet worden, auf die uns nachstehender Bescheid erteilt wurde: „Unter Rückreichung der uns freundlichst überlassenen Zuschrift des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens beehren wir uns. Ihnen mitzuteilen, daß die beregte Nachricht, daß der Norddeutsche Lloyd keine jüdischen Schiffsärzte einstellt und überhaupt in,seinem Betriebe keine bzw. möglichst wenige Juden duldet, durchaus unzutreffend ist. Wir gestatten uns, in dieser Beziehung darauf hinzuweisen, daß wir im Laufe der Jahre auch einige uns von Ihnen empfohlene Aerzte angestellt und sich auch im übrigen vielfach jüdische Aerzte bei uns im Dienst befunden haben. Wie Ihnen bekannt sein wird, erfolgt die Anmeldung der Aerzte bereits seit längerer Zeit durch Vermittlung des Leipziger Aerzte- Verbandes, welcher sämtliche bei ihm eingehenden Anmeldungen für unsere Gesellschaft vertragsmäßig an uns weiterzugeben hat. Wir möchten glauben, daß die Nachricht vielleicht daraus zurückzuführen ist, daß wir zeitweilig infolge Mangels an Bedarf von der Annahme von Bewerbungen abzusehen genötigt sind, doch findet irgendeine Einschränkung jüdischen Aerzten gegenüber in keiner Weise statt. Norddeutscher Lloyd, Zentralbureau, gez. Leist. — In Nr. 40 der Zeitschrift „D e r M o t o r f a h r e r" befand sich ein „Der kleine Kohn in neuer Auflage" überschriebener Artikel, der, Am Jargon abgefaßt, sehr geeignet war, in den Kreisen der jüdischen Motorfahrer Aergernis zu erregen. Wir haben dies der „Deutschen Motorfahrer-Vereinigung" mitgeteilt, deren offizielles Organ die gedachte Zeitschrift ist, und darauf die aus München vom 25. Oktober datierte nachstehende Antwort erhalten: ,',Jm Besitze Ihres Geehrten vom 17. Oktober darf ich verehrt. Vereine die ergebene Mitteilung machen, daß wir bereits sofort nach Er-

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