Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1910)
- Article
- Eine Massenversammlung wider die "Judentaufen"
- Date
- 1910-12-01
- Page
- 804 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316791-2316803-2344071--21020-2344138- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
804 Im deutschen Reich. Eine Mafferwer sammlrmg wider die „Iudentaufen." Wieder hatte der Central-Berein, wie bereits im vorigen Winter, für seine Versammlung vom 3. November als Thema die Stellungnahme zu den „Judentausew' gewühlt, und abermals zeigte es sich, welche Zugkraft dieses Thema aus die weitesten Kreise auszuüben imstande ist. Schon lange vor Beginn war der nahezu 1300 Personen fassende -Oberlichtsaal der Philharmonie überfüllt, und mehrere Hunderte mußten auf die Teilnahme an der Versammlung verzichten. Bon dem Vorsitzenden, Herrn I u st i z r a t Dr. H o r - witz, begrüßt, nahm als erster Redner Herr Rabbiner Dr. Weiße das Wort zu seinem Bortrage. Der Redner ging zunächst davon aus, daß ein großer Teil der Verfolgungen, die die Juden in vergangenen Zeiten haben über sich ergehen lassen müssen, ein großer Teil der Verstimmungen und Zerwürfnisse zwischen Judentum und Christentum auf Renegaten zurückzuführeu sei. So wie es der Renegat Tiberins Alexander war, der als Chef des römischen Generalstabs an der Seite des römischen Imperators hervorragenden Anteil an der Zerstörung Jerusalems hatte, so wie später ein Renegat unter Papst Jnnocenz III. irr einer öffentlichen Disputation in Paris den Rabbinern gegenüber den Wert des Christentums und die Verächtlichkeit des Talmuds ans der heiligen Schrift beweisen wollte, traten auch weiterhin mehrfach in religiösen Disputationen getaufte Juden den jüdischen Gelehrten gegenüber, und machten sie und das Judentum vor Papst und Episkopat lächerlich und verächtlich. Sie alle, die aus dem Judentum hervorgegangen waren, wollten ihre Ueberzeugungstrene dadurch beweisen, daß sie Steine in die Quelle warfen, ans der sie geschöpft, rrnd aus die Gemeinschaft, der sie entstammten. Einer der giftigsten Konvertiten, Salomon Halevy aus Burgos, erreichte es als katholischer Geistlicher durch Verhöhnung und Beschimpfung des jüdischen Schrifttums, daß er vom König von Aragonien zu seinem Testaments-Vollstrecker und Vormund des Thronfolgers ernannt wurde. Eine seiner ersten Taten in dieser Stellung war dann, daß er verbot, Juden