Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1910)
- Article
- Die Juden im deutschen Heere
- Date
- 1910-12-01
- Page
- 784 (sequence 8)
- Language
- German
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784 Im deutschen Reich. die Waffen getreten waren. Wir sehen auch hier, welcher Patriotismus, welcher soldatische Sinn die Juden beseelte und wie sie zu den höchsten Stellungen im Heere aufstiegen. Ebenso zeigte sich im Jahre 1898 in dem Kampfe der Union gegen Spanien wieder der eifrige Zudrang der jüdischen Jünglinge zu dem Heere. In New Aork wurde ein Husaren- Regiment ausschließlich aus Juden gebildet, und der größte Teil eines Infanterie-Regiments bestand aus Juden. Ebenso wurde in Philadelphia ein Infanterie-Regiment nur aus Juden gebildet. Zurzeit gibt es im amerikanischen Heere 1 Obersten und 1 Major jüdischen Glaubens (das ganze amerikanische stehende Heer umfaßt ja nur 15—20 000 Mann). Ebenso ist es in der Flotte. 1 Kommodore, d. h. ein kommandierender Admiral, und 1 Admiral sind jüdischen Glaubens, und dieser Admiral wurde im Jahre 1908 zum kommandierenden Admiral der atlantischen Flotte bestimmt, d. h. zu einem Range, zu dem bei uns in Deutschland nur selten ein christlicher Bürgerlicher aufsteigt. Selbst in Rußland, das ich gar nicht zu wen zivilisierten Ländern zählen möchte, hat es aktive jüdische Offiziere unter dem Zaren Alexander II. gegeben, besonders im türkischen Kriege. Diese Rundschau rechtfertigt die Ueberzeugung, daß man den Juden in Preußen unrecht tut. In den süddeutschen Kontingenten gab es bis zum Jahre 1866 aktive jüdische Offiziere, die bis zum Hauptmanns- und Majorsrang aufgestiegen sind, aber seit 1866 wehte der scharfe preußische Wind auch nach dem Süden und fegte die aktiven Offiziere jüdischen Bekenntnisses fort. Selbst in Bayern blieben nur noch die Reserveoffiziere. Und doch mußte der Kriegsminister v. Einem im Reichstag am 23. März 1905 zugeben: „Gegen die jüdischen Soldaten ist nichts zu sagen, und ich habe die Ueberzeugung, daß sie auch tatsächlich überall ihre Schuldigkeit im Frieden tun und daß sie sie auch im Kriege tun werden." Warum also setzt man sie zurück, warum befördert man sie selten zu Unteroffizieren und niemals zu Offizieren? Hier kann doch nur, entgegen Verfassung und Gesetz, antisemitische Gesinnung der Grund sein. Wohl verlangt man von den Juden, sie sollen eifrige und tüchtige Soldaten sein,