Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 11 (November 1910)
- Article
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur [Rezension]
- Date
- 1910-11-01
- Page
- 760 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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760 Im deutschen Reich. wert; doch dürfte -auch der Laie bei der Lektüre empfinden, wie auch für solche Arbeit ein Mann unersetzlich ist, der gleich Karpeles umfassende Kenntnisse und reges Interesse für sämtliche Zweige der jüdischen Wissenschaft mit hervorragendem Talente zu gemeinverständlicher Darstellung verband. Der Bericht über die Lage der Juden in den einzelnen Staaten stammt wieder von Professor Philippson. Sehr nahe unseren Bestrebungen steht auch der Vortrag des Geh. Regierungsrates Prof. Geiger über „Moritz Veit als Kämpfer für die Emanzipation der Juden". Namentlich die Eingabe, die Veit 1842 verfaßte, und die Rede, die er 1860 im preußischen Landtage gegen den bekannten Pietisten v. Blankenburg über die Zulassung der Juden zu .Staatsämtern hielt, sind noch heute sehr lesenswert. In der erwähnten Eingabe heißt es: „Die Juden betrachten sich in keiner Weise als Nation, sondern nur noch als Religionsgenossen mit. deutschen Sitten und preußischer Gesinnung." (S. 138.) Mancherlei Material für unsere Aufklärungsarbeit finden wir in dem interessanten Aufsatze von Feist: „Arier und Semiten in ihren ethnischen, sprachlichen und kulturhistorischen Beziehungen", und in der lichtvollen Studie von Rabbiner Or. Eschelbach er in Bruchsal, „Der Talmud aU Bildungsmittel". Außerdem enthält das Jahrbuch noch Abhandlungen von Katz über „Esra", von Bernfeld „Zuc ältesten Geschichte des .Christentums" und von Berliner „Ueber die jüdische Speisetafel", sowie eine gemütvolle E> zählung von Borchardt, die von dem Verein für jüdishe Geschichte und Literatur preisgekrönt ist. Den Schluß bilden wie sonst Mitteilungen aus dem Vrbande. Aus ihnen geht hervor, daß die Zahl der Ein elvereine, dia im Jahre 1900 126 betrug, 1905 auf 190 und 1909 auf 220 stieg, wieder um vier zugenommen hat. Erwähnt seien aus diesen Mitteilungen noch die Notizen über Bücher, welche die Gesellschaft zur ^Förderung der Mssenschaft des Judentums zu ermähnten Preisen abgibt. Viele unter diesen Schriften eignen sichoortrefflich zu Geburtstags- oder Barmizwahgeschenken für unsere