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Im deutschen Reich · 1910-11-01 · Heft 11 (November 1910) · p. 741

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 11 (November 1910)
Article
Berlin
Date
1910-11-01
Page
741 (sequence 4)
Language
German
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Korrespondenzen. 741 Existenz kraft eigener Tätigkeit sich gleicher Bewertung würdig erweisen. Da ist nicht von Entrechtung irgendwelcher Art die Rede. Wer seinem Leben selbst keine Zukunftsinteressen verleiht, der hat auch keinen begründeten Anspruch darauf, solche zu vertreten. Nach dieser Richtung ist B i s m a r ck s R e i ch s t a g s w a h l r e ch t e i n m a l o h n e jeden Zweifel verbesserungsbedürftig, und wir meinen, diese Tatsache müßte besonders klar werden im Hinblick auf die Vorfälle in Berlin-Moabit . . . Nicht ein ungleiches Wahlrecht brauchen wir im Reich, aber eine Beschränkung des Wahlrechts auf diejenigen Leute, die ein natürliches Interesse an der zukünftigen Entwicklung des deutschen Volkes und seines Staates haben.' Dazu gehören weder Moabiter Zuhälter, noch Verbrecher, noch fremdblütige Aus l änd er." — Dazu bemerkt die „Voss. Ztg.": „Das antisemitische Blatt verlangt unter der Maske des Vorgehens gegen Janhagel und Zuhältertum eine Einschränkung des Reichstagswahlrechts für Junggesellen und Jude n." — Die „Freisinnige Ztg." berichtete über die von den „Deutsch-Sozialen Blättern" aus Anlaß ihres 25jährigen Bestehens am 8. Oktober herausgegebene verstärkte Nummer: „Theodor Fritsch beklagt in einem Artikel „Eine antisemitische Erinnerung" das Zurückgehen des antisemitischen Eifers. Früher, so erzählte er, Ende der achtziger Jahre gingen, sobald er einige hundert Probenummern eines Flugblattes verschickt hatte, Bestellungen auf Tausende und Zehntausende solcher Blätter ein; sogar aus dem Schlafe wurde er durch Depeschen geweckt: „Sendet sofort 50 000 Weihnachtsflugblätter." „Wo aber ist," so fragt er wehmütig, „dieser treuherzige Eifer und dieses starke Gemeininteresse geblieben? Heute lasse ich auf dringendes Zureden mancher Leser einzelne H a m m e r.a u f s ä tz e in Sonderabdrücken Herstellen und biete sie aus; aber es finden sich nicht mehr so viele, die an einer Verbreitung solcher Blätter sich zu beteiligen Lust haben. Es scheint manchmal, als ob die deutsche Nation sich selber schon aufgegeben hätte!• Sie wagt kaum noch die Glieder zu regen unter dem Vampyr, der ihr an der Kehle sitzt und mit dem Blute ihr die Kraft aussaugt. Und doch bedürfte

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