Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 11 (November 1910)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1910-11-01
- Page
- 738 (sequence 8)
- Language
- German
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738 Im deutschen Reich. Jahrhundertfeier 5er Berliner Aniverfität hat der Kaiser in feierlicher Weise die Begründung einer Gesell s ch a f t zur G r ü ndun g u nd Er h al t u n g wi s s e nschaftlicher Institute mit den Worten verkündet: „Gottes Geist ruht auf jeglichem Werk, das aus der Wahrheit stammt und zu ihr strebt". Und daran war der Wunsch geknüpft, daß der Geist der Wahrheit die akademische Jugend in ihrem ganzen Wirken durchdringen möge. Wenn dies der Fall sein, wenn das Streben nach Wahrheit unser ganzes Staatsleben durchdringen wird, dann werden auch die gegen unsere Religion gerichteten Verleumdungen, die Ritualmordlügen, die Phantasien der Rassensanatiker und die Vorurteile des Kastengeistes nirgend mehr Widerhall finden! Gemeinsam werden die deutschen Staatsbürger der verschiedenen Stämme und religiösen Bekenntnisse auf allen Gebieten der Wissenschaft mit regem Forschergeist nur der Wahrheit nachstreben. Dann wird man es auch als eine gebieterische Pflicht erkennen, unser politisches Leben mit Wahrheit zu füllen, die Verfassung und das Gesetz vom Juli 1869 zu einer vor jeder . Umgehung geschützten Wahrheit zu gestalten. Dann wird nicht nur die Friedrich-Wilhelm-Universität, sondern das ganze Deutsche Reich Verwalter eines Schatzes werden, der der ganzen M e n s ch heit geschenkt ist; Communis hominum thesaurus situs est in magnis veritatibus! A. L. A Korrespondenzen. * Berlin, 24. Oktober. Wie wenig die Antisemit e n als „K u l t u r t rage r" zu betrachten sind, das hat u. a. eine am 12. Oktober in den „Deutsch- Sozialen Blättern" veröffentlichte Briefkastennotiz über das Hinscheiden von zwei Größen der Wissenschaft und der Kunst bewiesen, das von Mitgliedern aller andern Parteien pietätvoll beklagt wurde. Die empörende Notiz lautete: „F. in Leipzig. Nein, ein Bahnbrecher auf dem Gebiet der Heilkunde ist der verstorbene Prof. E. v. L e y d e it nicht gewesen. Er hatte aber stets eine sehr gute Presse An Rob. Koch kommt er lange nicht heran. Seine Ab-