Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 11 (November 1910)
- Article
- Erklärung / Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens /
- Date
- 1910-11-01
- Page
- 707 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- address
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316791-2316802--20865-2343982- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
eich. Leikfchrifl der Trfcheink MSlfmal im Jahre. XVI. JoHrg Berlin, November 1910. Wr. 11. Mit der Bitte um Veröffentlichung erhalten wir folgende Erklärung. In Nr. 9 dieser Zeitschrift wird in dem Aufsatz „Nach Britz Lübeck" von dem Unterzeichneten Vorstand verlangt, er solle „im eigensten Interesse der Aerzteorganisation die Sache der jüdischen Medizinalpraktikanten in die Hand nehmen und dafür sorgen, daß nicht auch noch von den Kollegen selbst ehrenhafte junge Mediziner grundlos boykottiert werden." So lebhaft wir es bedauern und so scharf wir es verurteilen müßten, wenn lediglich aus konfessionellen Gründen Aerzte oder Medizinalpraktikanten anerkannte Pflichten der Kollegialität verletzen sollten, so sind wir doch nach unseren Satzungen weder befugt noch überhaupt in der Lage, derartige Vorkommnisse zu untersuchen und klarzustellen. Der Leipziger Verband betrachtet die konfessionelle, politische und wissenschaftliche Neutralität als sein oberstes und strengstes Gebot, er stellt seine Einrichtungen allen seinen Mitgliedern und, soweit möglich, auch den Medizinalpraktikanten ohne jeden Unterschied in gleicher Weise zur Verfügung und kann und wird von diesem Grundsatz niemals abgehen. Leipzig, den 26. September 1910. Der Vorstand des Verbandes der Aerzte D e u t s ch l a nd s gez. Dr. Hartmann, Vorsitzender. <. Zu dieser Erklärung bemerken wir: Wir haben bei anderer Gelegenheit wiederholt anerkannt, daß der Leipziger Verband der Aerzte Deutschlands für die Aerzte Außerordent-