Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1910)
- Article
- Th. P., Berlin
- Date
- 1910-10-01
- Page
- 699 (sequence 2)
- Language
- German
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Vermischtes. 690 Prügelknaben mißbraucht. Herr Hans Oswald scheint aber zu denen zu gehören, die im Inden lieber einen Schuldigen sehen als einen mit Unrecht Verleumdeten und Verfolgten. M. E. €anbsbcxq cr. ID. Hiermit sei die Aufmerksamkeit der werten Leser auf die Landsberger Möbelfirma C. Moritz, Landsberg a. W., Luisenstraße 8/10, gelenkt, welche sich nicht scheut, im „Amtlichen Woldenberger Anzeiger" in ihrer Ankündigung besonders zu unterstreichen: „Keine jüdische Firma". Diese unfaire Art der Konkurrenz, die sicherlich auch jeder billig denkende Christ aufs schärfste verurteilen wird, berührt um so peinlicher, als man weiß, daß diese Firma eine Reihe von jüdischen Familien zu ihren Kunden zählt. Auch von dieser Art von Ankündigungen gilt das Wort des großen Königs: „Niedriger hängen!" S. 5. altes Mitglied, Stuttgart Wir würden Ihnen geantwortet haben, wenn Sie uns Ihren Namen genannt hätten. Sie wissen ja, daß alle anonymen Einsendungen bei uns in den Papierkorb wandern. * Vermischtes. Rrtualnroröbeschulöigung in Bosnien. Aus Dervent, einer großen bosnischen Ortschaft, wird berichtet: „Am 12. August stand die Frau des Kaufmanns Moritz Stern vor ihrem Laden, als auf sie plötzlich der Kaufmann und Großgrundbesitzer Marko P et ric, ein Serbe, zueilte und die aufs höchste erschrockene Frau in erregtem Tone beschuldigte, sie hätte sein Kind versteckt und abgeschlachtet. Es sei ihm ja bekannt, daß die Juden Christenblut benötigen ... Der Kaufmann Stern war zufällig nicht zu Hause, als sich dieser bedauerliche Vorfall ereignete. Frau Stern begab sich sofort zum Bezirksvorstand, um ihm die Sache vorzutragen und machte gleichzeitig Strafanzeige wegen Verleumdung. Die Verhandlung wurde auch bereits für den 19. September d. I. angeordnet. Vom Hause Sterns begab sich Petric in die Gendarmeriekaserne, wo er die Mitteilung machte, daß sein Kind von den Eheleuten Stern zu rituellen Zwecken abgeschlachtet worden sei. Der Zufall wollte es jedoch, daß Petric, als er von der Gendarmeriekaserne heimwärts ging, sein Kind ans dem Hause seiner Wäscherin, namens