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Im deutschen Reich · 1910-10-01 · Heft 10 (Oktober 1910) · p. 691

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 10 (Oktober 1910)
Article
Dessau
Date
1910-10-01
Page
691 (sequence 3)
Language
German
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Korrespondenzen. 691 leidiger, Justizrat Bernstein, konstatierte, daß die neun Beamten zum Teil ihre öffentlich abgegebene Erklärung nicht aufrecht erhalten, zum Teil widerrufen hätten, nachdem sie vor die Eidesleistung gestellt worden feien. Der Angeklagte habe also ganz recht gehabt, als er sagte, ihnen sei nur unter ihrem Eid zu glauben. Das Gericht sprach den Beschuldigten kostenlos frei. In seinem Schlußwort erhob Dr. Cohn die schwere Beschuldigung gegen den Oberbürgermeister, er (Or. Cohnbehaupte bestimmt, daß d e r O b e r b ü r g e r m e i st e r w i s s e n t. l i ch unter seinem Eid die Unwahrheit gesagt habe; auch d i e st ä d tischen B e a m t e n hätten u n t-e r ihrem Eid die U n wa h r h e i t gesagt. Die Absicht Dt. Cohns geht dahin, vom Stadtchef wegen Beleidigung verklagt zu werden, damit er dann durch erneute Stellung der vom Gericht abgelehnten Beweisanträge einen umfangreichen Wahrheitsbeweis für seine schweren Beschuldigungen führen kann. Der Verhandlung wohnte ein Vertreter der herzoglichen Staatsregierung bei. In Kürze wird gegen den Oberbürgermeister in e i n e m Disziplinarverfahren verhandelt werden, das zurzeit anhängig ist. cf München, 15. September. In den „Münchener Neuesten Nachrichten" wird auf eine starke Leistung der klerikalen Leitung des Blattes „Der Tiroler" verwiesen, das am 6. September den Hotelbrand am K a r e r s e e als eine „Strafe Gottes" in folgender Weise hinzustellen suchte: „Mehrere Hundert Fremde hielten sich zur Sommerszeit in jenem Hotel auf, unter denen eine große Anzahl dem Volke Israels entstammte. Schon länger soll eine Sippe dieser Fremden (aus Juda- Pest?) gerade den 15. August, das Fest Mariä Himmelfahrt, zur Verhöhnung der Marienverehrung benützt haben. Besonders arg wurde dies am 15. August 1909 getrieben, wo dieses fremde Gelichter sich erfrechte, in blasphemischer Weise eine Spottprozession zu halten auf die Himmelfahrt Marias. Es wurde nämlich eine „Dame" in Prozession um den Karersee herumgetragen, und bereits hatte die nämliche Gesellschaft beschlossen, heuer zur Verhöhnung der Krönung Mariens eine solche Dirne am 15. August auch

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