Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1910)
- Article
- Berlin
- Date
- 1910-10-01
- Page
- 686 (sequence 5)
- Language
- German
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680 Im deutschen Reich. genösse, und feine etwaigen Verfehlungen gehen uns so wenig an, wie man uns seine Vorzüge nachgerühmt hätte, wenn seine Laufbahn eine glänzende gewesen wäre. — Die „Staatsbürger-Ztg." und die ,/Deutsch-Sozialen Blätter", die „Germania" und die „Deutsche Tageszeitung" — par nobile fratrum — veröffentlichen nachstehenden Wortlaut einer Postkarte, die angeblich ein Jude einem Hotelbesitzer in Binz auf Rügen gesandt haben soll: „An den Lumpigen dreckichegen Sau-Wirt r ... Binz. Sie sind ein ganz gemeiner Schuft und herabgekomer Saulump wenn nicht wirklich dort eine sehr achtbare Familie wäre gesessen die von Ihrem Sauberen Einführung Kenntnis halt Hätte ich Ihnen samt Ihren Oberkellner der jedenfall nichts dafür kann 2 Ohrfeigen herunter gehauen das Sie alle Engel in Himel gehört hörten singen, ich kann Ihnen aber nur das eine sagen Sie werden noch in Ihren Hotel verfaulen und werden froh sein wenn Sie überhaupt nur ein Jude anspucken wird aber Sie frechordinärer Mensch war Sie sind warum lassen Sie Ihr Schild nicht größer machen damit der von Ihren Lumpigen treiben noch keine Kenntnis halt nicht Ihre Verfluchte Schwelle betritt und ich sage Ihnen nur noch ich werde derjenige sein der ehr keine Ruhe haben wird bis Sie nicht von Binz gerne werden abgehen oder Sie werden sehr viel ausstehen müssen denn so ein Kerl müßte mit Peitschen herausgetrieben werden und verfluchte Sie bis in den Tod und viel Kumer und Sorgen haben sollen. Achtungsvoll Jsedor Karfunkelstein." „Wir brauchen nichts hinzuzusügen", bemerkt dazu die „Deutsche Tageszeitung": hierin hat das Blatt Recht: denn diese Leistung trägt ohnehin den Stempel antisemitischen Aberwitzes. Die „Staatsbürger-Ztg." sagt: „Diese uns von einem Abonnenten zugestellte Postkarte, die wir irm.Origimaljudendaitsch wiedergeben, ist nur ein Beispiel von der berüchtigten Judentoleranz!" Ihre Jargon-Kenntnisse sind danach sehr gering, denn was sie als „Judendaitsch" ausgibt, wird jeder Sachverständiger sofort als echtes „Antisemitischdaitsch" erkennen!