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Im deutschen Reich · 1910-09-01 · Heft 9 (September 1910) · p. 625

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 9 (September 1910)
Article
[Ohne Titel]
Date
1910-09-01
Page
625 (sequence 4)
Language
German
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Vereinsnachrichien. 625 Deinem deutschen Haus und Herd, auf daß ihr schleichendes Gift Dich und die Deinen nicht entnerve und verderbe." — Wir sind schon früher 'der Meinung gewesen, daß vielmehr die Juden allen Grund hätten, die von der antisemitischen Firma Hermann Beyer verlegten Schriften von ihrem Haus und Herd fernzuhalten und ihre christlichen Freunde vor dem Gift der Verhetzung zu warnen, das diese in nahen Beziehungen zu dem bekannten Antisemitensührer Th. Fritsch stehende Firma seit Jahren verbreitet, indem sie seinen Massenvorrat antisemitischer Flugblätter zu lichten sucht. Bereits im Heft 12 des vorigen Jahrgangs dieser Zeitschrift haben wir gesagt: „Da unser Vereinsmitglied sicher nicht allein durch Herrn Hermann Beyer mit den antisemitische nLöschcouvons beglückt worden ist, ist es uns auffällig, daß nicht auch andere jüdische Buchhändler solche Zusendungen als eine Beleidigung aufgefaßt und dies Herrn Beyer in nicht mißzuverstehender Weise klargemacht haben." Wir fordern deshalb wiederholt dazu auf, sich Zusendungen, denen judenfeindliche Lös chcou Pons beigefügt sind, nicht stillschweigend gefallen zu lassen. — Unsere Bemühungen, die weitere K o n f e s s i o n a l i - sierung der verschiedensten Berufs zweige zu verhindern, haben den Erfolg erzielt, daß man neuerdings mehr und mehr darauf oerzichtet, bei Ausschreibungen sich öffentlich ausschließlich an „christliche" Bewerber zu wenden und sich damit begnügt, Angabe der Konfession zu fordern. Zahlreiche Fälle haben aber den Beweis geliefert, daß die Angabe der Konfession nur dazu verlangt wird, um von vornherein jüdische Bewerber a u s z u schließen. Wenn z. B. eine Landwirtschaftliche Versuchsstation einen Assistenten sucht, „der sich ausschließlich mit V e g e - tations- und Sa men Untersuchungen beschäftigen soll", und dabei „Angabe der Konfession" verlangt wird, ist nicht zu verstehen, welche Religion zu dieser Tätigkeit besonders befähigt und welche dazu unfähig macht. Daß jüdische Chemiker in diesem Fache sich vielfach, bewährt haben, ist bekannt; daß die inserierende Versuchsstation die Konsessionsangabe aus diesem Grunde verlangte, ist aber gewiß nicht anzunehmen. Wir sind überzeugt, daß mit seltenen Ausnahmen alle derartigen Inserate, die vom konfessionellen

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