Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 9 (September 1910)
- Article
- Berlin
- Date
- 1910-09-01
- Page
- 618 (sequence 5)
- Language
- German
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618 Im deutschen Reich. vernommenen Jüdin für richtig gehalten, die nach den eidlichen Aussagen mehrerer Zeugen angegeben hatte, daß solch Blut Glück bringe. Unzählige Male habe ich im Manöver in Judenhäusern an den Türpfosten schräge metallene Rechtecke von der Länge eines kleinen Fingers und etwas breiter wie ein solcher gesehen. Fragte man nach dem Zwecke dieser Riegel, so hörte man, daß ein biblischer Spruch darin enthalten sei. Dies habe ich nie geglaubt. Mein Verdacht, daß jene Rechtecke mit dem jüdischen Blutaberglauben in Verbindung stehen, ist durch folgendes verstärkt worden. Der Pfarrer A. Kaufmann, welcher zehn Jahre Prediger in Alexandrien gewesen ist,, hat auf der Pfarrerkonferenz zu Lörrach im November 1907 einen Vortrag über „Sinai, Moses und her Wüstenzug Israels" gehalten; darin hat er folgendes gesagt: , Hier sei nur noch bemerkt, daß das Anstreichen der Türpfosten und Schwelten mit Blut ein alter bis auf den heutigen Tag geübter Gebrauch der semitischen Völker ist. Ich habe solche Blutflecken bei der Einweihung von arabischen Häusern oft gesehen; sie sollen die bösen Geister, die der Orientale ja überall fürchtet, abwehren. - Wir haben dieses erbärmliche Geschreibsel so ausführlich wiedergegeben, weil es einen charakteristischen Beitrag bildet für die Geistesverfassung und für das ganze Treiben desjenigen Antisemitismus, der in den Spalten der „Deutsch- Sozialen Blätter" sein Unwesen treibt." — Die „Staatsbürger Ztg." — par nobile fratrum — hat sich verpflichtet gefühlt, noch an demselben Tage daS den „Deutsch-Sozialen - Blättern" zugegangene Schreiben eines Obersten (?) H. ab- ~ zudrucken. — Unsere Mitteilung über eine stürmische Szene in einer Versammlung von Mitgliedern der Auserstehungsgemeinde (Seite 566 des vorigen Hefts) hat einen auf dem Gesundbrunnen wohnenden Arzt, Herrn Dr. Falkenstein, veranlaßt, uns zu ersuchen, mitzuteilen, daß er mit dem in der Notiz erwähnten Dr. F. nicht identisch sei. Tatsächlich bedarf unser Bericht insofern der Berichtigung, als der Name irrtümlich als „Falkenstein" angegeben ist und die betreffenden Mitteilungen sich auf den praktischen Arzt, Herrn Dr. Falkenberg, Zorndorferstr. 9, beziehen. Dieser hat uns Mitteilen lassen, daß seine Vorfahren nachweislich nicht jüdischen Glaubens gewesen sind und er seine Vorfahren bis zur Zeit des dreißigjährigen Krieges verfolgen könne. — In der Nr. 24 des Organs des Magdeburger „D eutschen P ri v a t b e a m t e n-V e r e ins" war eine Anzeige der Firma Simon Sauer W w e. in Alzey (Hessen) enthalten, welche nachstehenden Wortlaut hatte: „Meine