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Im deutschen Reich · 1910-09-01 · Heft 9 (September 1910) · p. 599

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 9 (September 1910)
Article
Das russische Paßvisum
Date
1910-09-01
Page
599 (sequence 4)
Language
German
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.Frechheiten." 599 nischen Vertrages .zu verbitten, weil Rußland in Asien beständig Vorteile erstrebt, die nur auf Kosten.„der anderen Mächte zu erlangen sind und künftig Anlaß zu amerikanischen Protesten geben dürften. Wenn die Juden der Bereinigten Staaten konsequent von ihrer Regierung die Lösung der russischen Paßfrage verlangen und erreichen, dann werden sich auch die europäischen Mächte zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die willkürliche Behandlung ihrer Staatsangehörigen durch russische Behörden entschließen, wenn es sich dabei auch nur — um Juden handelt. Schließlich haben doch alle Staaten daran ein Interesse, daß nichts geschieht, was im schroffsten Widerspruch zu dem B ö l k e r r e ch t steht. A, L. ❖ „Frechheiten." Die „Deutsche Tageszeitung" hat am.13. Juli ..eine scharfe Kritik, an dem Witzblatt „Lustige Blätter" geübt, das nicht nur durch Karikaturen von den Oberammergauer Passionsspielen, sondern auch durch die dem Neuen Testament entnommenen Unterschriften die religiösen Gefühle strenggläubiger Christen verletzt hat. Gegen einen solchen Tadel würde nichts einzuwenden sein, wenn die „Deutsche Tageszeitung" sich nicht erdreistet hätte, der Rüge die. Ueberschrift „Jüdische Frechheit" zu geben. Jeder Unparteiische wird.daraus den Schluß ziehen müssen, daß es dem Agrarierblatt nicht darum zu tun war, taktlose Witze .zurückzuweifen, sondern die Gelegenheit zu einem beleidigenden Angriff auf die Juden zu benutzen, die mit der - Tätigkeit oines von einem jüdischen Herausgeber angestellten christlichen Redakteurs sicher nichts zu tun haben. Die „Deutsche Tageszeitung" hätte aber überhaupt besser getan, die Fehde mit den „Lustigen Blättern" anderen Organen zu überlassen, weil in ihren eigenen Spalten am 9. Juli sich, eine Humoreske fand, in der die Zustände in Oberammergau in ähnlicher Weise verspottet wurden wie durch das' angeblich jüdische Witzblatt. Die „Reisekameraden" betitelte Humoreske von Mathilde Tipp in München enthält eben-

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