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Im deutschen Reich · 1910-09-01 · Heft 9 (September 1910) · p. 597

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 9 (September 1910)
Article
Das russische Paßvisum
Date
1910-09-01
Page
597 (sequence 2)
Language
German
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Das russische Paßvisum. -97 Zu dem Pariser Korrespondenten der „New Port Times" hat sich Herr: Hammerstein über den Vorfall wie folgt geäußerte „Ich habe damit weiter nichts zu tun. Wenn das Staatsdepartement den Fall dazu benutzen will, um die Frage zum Austrag zu bringerk, ob man einem gut beleumundeten Bürger der Vereinigten Staaten die Reise nach Rußland oder einem anderen Land nur deshalb unmöglich machen darf, weil er von Juden stammt, dann ist dies die Sache des Kabinets von Washington, nicht die meine." Das New Iorker Blatt „Globe" bemerkt über den Zwischenfall: „Es ist unerfreulich, daß das Staatsdepartement in Washington in der Hammersteinschen Sache untätig bleiben will und infolgedessen der uns von der russischen Regierung zugefügte Schimpf ungerügt und unvergolten bleibt. Dem kleinen Staat Nicaragua gegenüber beharrt die Unionsregierung bei dem Verlangen, sich den Forderungen eines Kulturstaates zu fügenes würde wohl geziemend sein, das große Rußland aufzufordern, denselben Regeln zu gehorchen. In streng gesetzlichem Sinne mag es ein Vorrecht Rußlands sein, Pässe nach Belieben zu gewähren oder zu verweigern. Aber das verdunkelt den Tatbestand nicht,. daß es eine grobe Verletzung vertraglicher Verpflichtungen ist, einen Ausschluß vom Gastrecht einzig und allein durch Rassenunterschiede zu begründen. In der Person Hammersteins ist jeder Bürger der Vereinigten Staaten beleidigt und erniedrigt. In dem Vertrage zwischen Rußland und den Vereinigten Staaten ist den amerikanischen Bürgern die Freiheit zugesichert, in allen Gebieten Rußlands sich aufzuhalten und zu wohnen. Dieser Vertrag wird zum Spott, wenn die russische Regierung erklärt, daß dieses Recht sich nicht auf amerikanische Bürger ausdehnen soll, die Juden sind. Unsere Nation ist an die Grundsätze der religiösen und der Raffen-Duldung gebunden und dieses Heiligste im amerikanischen Leben ist durch das Verhalten der russischen Regierung in Frage gestellt. Es ist unerwünscht zu hören, daß dagegen nichts getan werden kann. Wäre dazu der rechte Wille da, so ließe sich annehmen, daß ein Weg zu finden wäre. Man könnte mindestens so weit gehen, den Russen, die in unser Land kommen wollen, dieselben Rechte zu versagen, die dem nach Rußland reisen wollenden Amerikaner nicht zugestanden

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