Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 9 (September 1910)
- Article
- Aus alter und neuer Zeit
- Date
- 1910-09-01
- Page
- 596 (sequence 6)
- Language
- German
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596 Im deutschen Reich. kriegen, sondern seither auch namentlich 1870 bewiesen. Und der Jude, der nicht Reichsgerichtsrat werden durfte, ist — der Sohn jenes Juden aus Landau, der am 19. Juli 1870 in der bayerischen Kammer rief: Lieber untergehen als schmachvoll unter Frankreichs Schutz bestehn! % Aas russische Waßvisum. Unter der Ueberschrift .American Fa5sport (ZueLtion May Be Forced to an Issue“ — „In der Amerikanischen Paßfrage muß eine Erledigung erzwungen werden", hat kürzlich die New Aorker Zeitschrift .American Hebrew': die Angelegenheit des Theaterunternehmers Oscar Hammerstein zur Sprache gebracht, der von der russischen Regierung nicht die Erlaubnis nach Rußland zu reisen erlangen konnte, obgleich das Staatsdepartement der nordamerikanischen Union sich ganz besonders bemüht hatte, ihm die Erlaubnis auszuwirken. Die Weigerung der russischen Regierung war einzig damit begründet, daß Hammerstein, der in Deutschland geboren und niemals russischer Untertan gewesen ist, ein Jude sei. Als der ordnungsmäßig ausgestellte amerikanische Paß von dem Sachwalter des Herrn Hammerstein dem russischen Konsularagenten in London am 5. Mai d. I. oorgelegt wurde, weigerte sich dieser, ohne besondere Erlaubnis - des russischen Ministers des Innern den Paß zu visieren. Da der Sachwalter auf das nach Petersburg gerichtete Gesuch keine Antwort erhielt, unterbreitete er dies dem Staatssekretär Knox, der in einem an den amerikanischen Botschafter in Petersburg gerichteten Kabeltelegramm Anweisung erteilte, sich nach dem Sachverhalt zu erkundigen und das Erforderliche zu veranlassen. Am 1. Juni erfolgte darauf eine endgültige abschlägige Antwort des russischen Ministers der auswärtigen Angelegenheiten. Gegen diese Entscheidung legte Hammerstein bei der amerikanischen Regierung eine Beschwerde ein mit bem Gesuch, von dem russischen Minister des Auswärtigen zil verlangen, die Sache nochmals in Erwägung zu ziehen. Er erhielt darauf den Bescheid, daß das Staatsdepartement der Union außerstande sei, die russischen Behörden zu dem Widerruf einer getroffenen Entscheidung zu veranlassen.