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Im deutschen Reich · 1910-09-01 · Heft 9 (September 1910) · p. 582

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 9 (September 1910)
Article
Nach Britz Lübeck!
Date
1910-09-01
Page
582 (sequence 2)
Language
German
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582 Im deutschen Reich. einflußt gewesen zu sein scheint". Heraus mit der Klinge! Sollte der MedizinalpraktikanL „persönliche Momente" ausweisen, die ihn als Assistenten in einem Krankenhause, als Kollegen oder gar als behandelnden Arzt untauglich erscheinen lassen, so hätte die Aerztekamrner die verdammte Pflicht und Schuldigkeit gehabt, mit ihrem Wissen nicht hinter dem Berge zu halten; dann ist der Herr so wenig in Posen wie in Lübeck zu brauchen! Wenn aber die Kammer so Böses nicht in Erfahrung gebracht, hätte sie mit aller Entschiedenheit für ihn und das Staatsgesetz eintreten müssen. In jedem Falle also hat die Kammer nicht so gehandelt, wie wir es von ihr erwarten müßten! Doch heute sind wir Aerzte ja gewohnt, von der Regierung nicht allzu viel Wohlwollen zu erwarten, und die wirksame Hilfe der staatlichen Vertretungen ist auch bisher nur selten in die Erscheinung getreten; darum haben wir eben den großen Leipziger Verband zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen der Aerzte gegründet, in dem sich von den ca. 32 000 deutschen Aerzten mehr als 23 000 organisiert haben, um mit der gewaltigen Schwerkraft der imponierenden Masse das Recht des Aerztestandes Zu wahren! Wo bleibt hier der Verband? Es ist seine unzweifelhafte Pflicht, mit der ihm eigenen Energie aufzutreten und hier nach dem Rechten zu sehen! Wenn der Verband dauernd mit Erfolg wirken will, darf er sich nicht der unangenehmen Ausgabe entziehen, auch innerhalb des Standes selbst Boykotte zu bekämpfen, wo solche ohne Grund über Aerzte verhängt werden! Der Verband ist aus die Sympathie und Mitarbeit der jüdischen Kollegen durchaus angewiesen; er weiß, wie viele Schwierigkeiten ihm aus einem kleinen Häuflein minderwertiger Aerzte und aus der geringen Schar der im „Reichsverbande" gesammelten zweihundert erstehen! Wenn die weit über 3000 deutschen Aerzte jüdischen Glaubens nicht das Empfinden haben können, am Verbände einen festen Rückhalt zu haben gegen jede Unbill von außen und innen, so könnte eine Mißstimmung entstehen, die sehr weittragende Folgen für die Arbeit der Aerzteorganisation haben würde. Wir haben bisher erst aus energisches, wiederholtes Drängen einige Besserung in der Vakanzenliste erzielt; die Konsessionalität ber den Gesuchen spielt aber offen und verschleiert

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