Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1910)
- Article
- Berlin
- Date
- 1910-07-01
- Page
- 567 (sequence 4)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 561 gestanden und nichts gesehen hätten. Andere Zeugen bekundeten, daß sie gesehen hätten, wie der Angeklagte dem I)r. F. den Stoß versetzt habe. Der Amtsanwalt hielt nach so widersprechenden Aussagen eine Feststellung für nicht möglich, und das Gericht tarn aus Grund eines non. liquet zu einer Freisprechung des Angeklagten. A Dresden, 10. Juni. Die antisemitische Reform- Partei hat durch den Tod des Abgeordneten Oswald Zimmermann ihren begabtesten Führer verloren. Seinen Wahlkreis M a r i e n b e r g - Z s ch o p a u werden die Antisemiten nicht zu halten imstande sein, falls sie überhaupt noch selbständig daselbst aufzutreten beabsichtigen und nicht gleich zugunsten der Konservativen oder der Bündler verzichten. In diesem Wahlkreise hat die Sozialdemokratie 1878, 1898 und 1903 Erfolg gehabt, seit der Nachwahl von 1904 dagegen das Mandat an den Reformparteiler verloren. Da die Reformpartei die Ersatzwahl kurze Zeit vor den allgemeinen Wahlen als eine schwere Last empfinden wird und der Wahlkreis in der Hauptsache ein industrieller ist, dürste die Sozialdemokratie mit verdoppeltem Eifer daran gehen, das Mandat wieder zu erlangen. Die von einigen Reformern angestrebte Kandidatur A h l w ar d t s war kaum ernst zu nehmen; auch die jetzige reformerische Kandidatur Fritsche ist nahezu aussichtslos; der Wahlkampf dürfte sich in der Hauptsache zwischen den Nationalliberälen und denSozialdemokraten, die den Genossen Göhre aufftellen, abspielen, und die Entscheidung erst durch eine Stichwahl herbeigeführt werden. ,,J> München, 8. Juni. Die Nichtbeförderung eines jüdischen Vizefeldwebels bei dem 18. daher. Jnf.-Reg. in Landau, des Bankbeamten Otto Groß, ist deshalb vielfach als eine Abfärbung preußischer Maximen beurteilt worden, weil der Bataillonskommandeur sich zu Groß geäußert hatte: „Ich bedauere überhaupt sehr, daß Sie es zu einem so hohen Dienstgrad gebracht haben, das ist offenbar nur auf ein Versehen zurückzuführen!" Da in anderen bayerischen Regimentern qualifizierte jüdische Anwärter zu Reserveoffizieren befördert werden, scheint es sich nur um eine Sonderstellung beim 18. Infanterie-Regiment in Landau zu handeln. In diesem Regiment ist schon vor zwei Jahren einem, einer angesehenen israelitischen Landauer Familie entstammten