Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1910)
- Article
- Berlin
- Date
- 1910-07-01
- Page
- 565 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 565 soziale und deutsch-soziale Größen nachträglich als Opfer Liberaler Bubenstücke weiß zu waschen, denn er sagt: „Einem Geschäftsmann in Amsterdam, der der Partei Küppers finanzielle Wahlhilfe geleistet, habe er Orden verschafft. Wir kennen aus Stöcke r s Kampfzeiten, oder jetzt aus der Schacka f f ä r e , wie e s b i e freisinnige Preßmeute ver - steht, einen Mann zu Tode zu Hetzen. Gewiß, die liberale Preßmeute hatte eine Unvorsichtigkeit Küppers entdeckt: er hätte besser getan, als Ministerpräsident den Borsitz seiner Partei niederzulegen — obwohl diese Sache in einem parlamentarisch regierten Lande anders liegt als im Deutschen Reiche. Aber Küpper konnte darauf verweisen, daß der Dekorierte sich um Versorgung.von Holländern, die im Burenkriegc kriegsgefangen waren und auf St. Helena schmachteten, verdient gemacht habe, so daß er um deswillen durchaus den Orden verdient habe. Die Kammer hat den Antrag auf weitere Verfolgung der Angelegenheit abgewiesen. Und doch bleibt „immer etwas hängen". Das wußte der Preßklüngel, als er wegen des „S ch e i t e r h a u f e n b r i e f e s" gegen Stöcker vor ging; das wußte das sozialdemokratische Blatt, das in Holland das Kesseltreiben gegen Küpper einleitete. Wir aber charakterisieren den Kampf gegen Küpper mit dem Wort, mit dem einst Frhr. von Ungern-Sternberg, der wackere christlich-konservative Journalist, in der „Kreuz- Zeitung" d a s K e s s e l frei b c n geg e n <Stö cf e r charakterisierte: ein Bubenstück, erdacht, einen Mann zu verderben." — Da kaum jemand ernstlich glauben wird, daß von liberaler Seite der Hofprediger Stöcker zur Abfassung des „Scheiterhaufenbriefes" verleitet worden ist, hätte Herr Mumm besser getan, den Grabesfrieden des „teuren Gottesmannes" durch den Vergleich mit der Ordensschacher-Affäre und der Schack- Affäre nicht zu stören. — Die „Welt am Montag" äußert sich zu den empörenlden Nachrichten über M affe n ci u s w e i f u n g e n von Juden aus Kiew wie folgt: „Tausende von jüdischen Familien werden aus heiterem Himmel aus ihren Wohnsitzen entfernt und so oft an den Bettelstab gebracht. Aus einem Vorort von Kiew sind Juden ausgewiesen worden, die seit Jahrzehnten dort wohnten. Was aber einen Teil der jüdischen Ho ch f i n a n z nicht hin-