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Im deutschen Reich · 1910-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1910) · p. 544

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1910)
Article
Der Ritualmord-Prozeß zu Kutais im Jahre 1879
Date
1910-07-01
Page
544 (sequence 2)
Language
German
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544 Im deutschen Reich. Bauern Paul und Data Zchadadse und Iwan Kapanadse suchten das Mädchen noch am gleichen und am folgenden -Tage im Walde und aus der Landstraße, jedoch erfolglos. Am gleichen Tag wurde das Kind von mehreren Bauern auf dem Felde gesucht, auf dem später (am 6. April) die L-eiche gefunden wurde; am 5. April lag aber die Leiche noch nicht da. Die Zeugen, welche die Leiche am 6. April auf dem Felde sahen, behaupten, das Kind habe auf dem Rücken gelegen. Die Leiche und die Kleider seien trocken gewesen und hätten keinerlei Spuren eines Aufenthaltes im Wasser aufgewiesen. Das Kleid und das Hemd seien vorn der ganzen Länge nach aufgeschlitzt gewesen. Schließlich haben die Zeugen zwischen Daumen und Zeigefinger der rechten Hand und auf dem Zeigefinger der linken Hand zwei größere Wunden bemerkt. Das Protokoll der gerichtlichen Obduktion, welche vom Kreisarzt Berno geleitet wurde, besagt, daß an Leiden Händen die Weichteile zwischen den Daumen und Zeigefingern stark verletzt waren und daß an ihnen Stücke von je drei Zoll fehlten. Die Verletzungen sahen wie von Bissen oder Rissen herrührend aus. Die Ränder der Wunden waren ungleich und zeigten keinerlei Spuren von Blut. Der Arzt meint, daß diese Verletzungen von kleineren Raubtieren oder Raubvögeln der Leiche zugefügt worden seien. An den inneren Organen konstatierte der Arzt folgendes: a) das Gehirn war mit Blut überfüllt; d) im Schlund befand sich! eine trübe schaumige Flüssigkeit; c) die Schleimhaut des Rachens war aufgedunsen; ck) auch die Lunge war aufgedunsen und mit dunklem schaumigen Blut angefüllt; e) Me rechte Herz- Hälfte war übervoll, die linke — leer; f) der Magen enthielt größere Mengen 'trüben Wassers. Der Arzt zieht aus allen diesen Daten den Schluß, daß das Kind während eines starken Regengusses ertrunken sei. Da aber viele Zeugen behaupteten, an den betreffenden Tagen habe es gar nicht geregnet, und da das Kleid und die Leiche bei der Auffindung trocken waren, so wurde eine neue Untersuchung der Leiche angeordnet, welche vom Gouvernementsarzt Golubinskij am 16. Mai aus geführt wurde. Dieser fand an dem Zeigefinger der rechten Hand ein rundes Loch in der Größe eines Zehnkopekenstückes. Diese Der-

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