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Im deutschen Reich · 1910-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1910) · p. 535

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1910)
Article
Zum 100. Todestage der Königin Luise
Date
1910-07-01
Page
535 (sequence 2)
Language
German
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Zmn 100. Todestage der Köriqiu inüfe folge der napoleonischen Kriege und der Gewalt-Herrschaft des Korsen hereinbrachen, empfanden sie mit demselben Schmerz wie ihre christlichen Mitbürger, und auch sie waren bereit, zur Milderung der Not, die durch die Stürme und Leiden des Krieges hervorgerufen wurde, beizutragen. Was die Berliner bzw. die preußischen Juden und' Jüdinnen in den Kriegszeiten, speziell in den Befreiungskriegen, für die Verwundeten und die Hinterbliebenen der Opfer der Schlachten leisteten, ist in der preußischen Geschichte verzeichnet. Für die liebreizende, holde „Königsrose", die von den größten deutschen und auch ausländischen Dichtern mit Recht besungene Königin Luise, schwärmten die Israeliten nicht minder. Sie ergriffen jede Gelegenheit, um ihrer Liebe, Verehrung und Begeisterung für sie durch Wort und Schrift beredten Ausdruck zu geben und auch ihrerseits vor den Stufen des Throns ihre patriotischen Gesinnungen zu bekunden. Anläßlich des am 19. Juli. dieses Jahres bevorstehenden 100. Todestages der Monarchin, die in der Blüte ihres Lebens hingerafft wurde (die Prinzessin Luise von Mecklenburg- Strelitz wurde am 10. Mürz 1776 geboren und vermählte sich am 24. Dezember 1793 mit dem Kronprinzen und nachmaligen König Friedrich Wilhelm III. von Preußen), dürste es unsere Leser interessieren, einmal auch über die Beziehungen der preußischen Juden zu der holden Monarchin auf Grund der besten und zuverlässigsten geschichtlichen Quellen etwas Eingehenderes zu erfahren. Am 22. Dezember 1793 hielten die Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz und ihre Schwester Friderike, die mit dem Bruder des Kronprinzen, dem Prinzen Ludwig von Preußen, verlobt war, ihren feierlichen Einzug in Berlin. Die beiden bräutlichen Schwestern wurden aus dem Platze vor der Ehrenpforte, in der Nähe des jetzigen Brandenburger Tors, von den Ober-Landesältesten uud Nettesten der Berliner Israeliten, die an der rechten Seite standen und 'feierlich schwarz gekleidet waren, begrüßt. Sie überreichten den beiden Prinzessinnen ein von David Friedländer verfaßtes Gedicht, das auf rosenfarbenen Atlas gedruckt und in blauen, mit Silber besetzten Samt gebunden war, sowie auf einem Kissen von blauem, gleichfalls reich mit Silber besetzten Samt lag, also lautend:

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