Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1910)
- Article
- Judentaufen
- Date
- 1910-07-01
- Page
- 533 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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Jiidertausen. gebracht werden, daß dieselben, sonst rechtschaffen denkenden. Eltern durch die Taufe ihrer Kinder sich selbst gegen den obersten Grundsatz aller sittlichen Erziehung so schwer vergehen, daß sie durch Einführung ihrer Kinder in einen dogmatischen Kirchenglauben, den sie, die Eltern, nie und nimmer für wahr halten 'können, und durch die Erziehung ihrer Kinder in diesem nicht für wahr gehaltenen Glauben ihre Kinder mit einer dauernden Lebenslüge zu belasten sich entschließen können! Versuchen sie über diese schwere Versündigung »gegen den obersten sittlichen Erziehungsgrundsatz, sich und ihr .'Gewissen Hinwegzutäuschen mit dem ersonnenen Scheingrunde, daß sie dadurch das Glück ihrer Kinder fördern, so könnten sie mit demselben Scheingründe auch die Erziehung zu jeder anderen Art von Unredlichkeit und Unwahrhaftigkeit zu entschuldigen versuchen, welche bekanntlich sehr oft förderlicher ist für ein sogenanntes gutes Fortkommen im Leben als strenge Selbstzucht und Gewissenhaftigkeit. (Lebhafter Beifall.) Meine geehrten Damen und Herren! Wie vor: jeder schweren Versündigung gegen die Wahrheit, so gilt auch von der durch die wider innere Ueberzeugung, aus Nützlichkeitsgründen. irgendwelcher Art, vollzogenen Judentaufen und insbesondere von der durch die Taufe der Kinder begangenen Ausschreitung und Versündigung gegen das Gebot der Wahrhaftigkeit das Wort unseres großen Dichters: „O weh der Lüge! Sie befreiet nicht, Wie jedes andre wahr gesprochne Wort, Die Brust; sie macht üns nicht getrost, sie ängstet Den, der sie heimlich schmiedet, und sie kehrt, Ein losgedrückter Pfeil, von einem Gotte Gewendet und versagend, sich zurück- Und trifft den Schützen." ' Bon einer solchen, nach außen hin zwar oft reichen Vorteil versprechenden, im Innersten der Seele aber den Schützen treffenden, nicht befreienden, sondern entwürdigenden Lüge haben-die Getreuen in Israel zu allen Zeiten, ja selbst unter den drückendsten Verfolgungen und unter Folterqualen, sich frei uuh fern zu halten gewußt. Auch jetzt und für die Zukunft ist es unsere unbedingte Pflicht, alle unsere