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Im deutschen Reich · 1910-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1910) · p. 513

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1910)
Article
Judentaufen
Date
1910-07-01
Page
513 (sequence 29)
Language
German
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Judentaufen. blind und das Gewissen darf nicht Lot sein. Auch ist es ersprießlich, wenn der Täufling bei der Unterredung mit dem Geistlichen 'erfährt, daß wir die mannigfachen Motive der Taufe nach Gebühr beurteilen können. Nötig ist es, volkstümliche Schriften zu verbreiten, um die Ignoranz auf jüdischem Gebiete zu mildern. Ost lassen sich 'Ignoranten durch Schlagworte betören, die das Judentum in ihrem Herzen erschlagen. Meine Geehrten! Es gibt auch einfältige Renegaten; diese sind sich der Tragweite ihres Vorhabens gar nicht bewußt, und glauben, sich mit der Taufe nur einem äußeren, bedeutungslosen Akt zu unterwerfen; sie wollen die Taufe nur im Geheimen vollziehen lassen, weil diese in ihren Augen nur eine Privatsache ist, die einen Dritten nichts angeht. Es ist ihnen zumute, als ab sie ein anderes Kleid anziehen oder eine andere Wohnung mieten würden. Solche sträfliche Leichtfertigkeit ist ein Beweis für den Tiefstand des sittlichen Bewußtseins. Das fast Unglaubliche wird zur Tatsache. Man weiß in manchen Kreisen gar nicht mehr, daß auch in Gewissensfrageu die Lüge eine gemeine Gesinnung verrät. Oeffentlich und feierlich müßten die Apostaten ihr altes Glaubensbekenntnis abschwören und zu dem neuen sich verpflichten. Das müßte vor versammelter Gemeinde in klaren, unzweideutigen Worten geschehen, wie es die christliche Kirche zu verlangen ein Recht und eine Pflicht hat. Manche ehrwürdigen, christlichen Geistlichen beschweren sich gleich uns mit Recht darüber, daß einzelne ihrer Amtsgenossen mit der Taufe der Juden es nicht ernst genug nehmen. Die Namen der Apostaten müßten in den weitesten Kreisen bekanntgemacht werden; jeder Mensch muß den Mut haben, für seine Ueberzeugung einzutreten. Vielleicht würden solche Mittel nicht ganz vergebens angewendet werden; vielleicht würde dann mancher als sein eigener Richter sich selbst verurteilen 'und in sich gehen. Der wahre Christ muß die Pforte seiner Kirche denen verschließen, die von der Wahrheit der 'geheimnisvollen Dogmen des Christentums nicht fest überzeugt sind; wahrhaftig wollen wir ja alle sein, der Christ wie der Jude. Ich bin tot Ende meines Vortrages, lassen Sie mich schließen. 'Die 'Weltgeschichte, meine Geehrten, erzählt oft von Begebenheiten, die, obwohl durch Zeit und Raum getrennt,

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