Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1910)
- Article
- Die Juden im deutschen Heer
- Date
- 1910-06-01
- Page
- 425 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Juden im deutschen Heer. 4 25 Tüchtigkeit und Diensttauglichkeit ist zu konstatieren zwischen denjenigen, die vom Lande in das Heer eintreten, und denen, die aus der Stadt zum Militärdienst eingezogen werden, und da unsere jüdische Bevölkerung doch fast überwiegend in den Städten wohnt, so ist das eine natürliche Erklärung dafür, daß sie an der vexminbexien D i e n st t auglich - feit der st üdtisch e n Bevölkerung entsprechend beteiligt ist. (Sehr richtig!) Aber darüber hinaus ist noch ein ganz anderes Moment von den Herren geflissentlich übersehen worden. Die Zahl derjenigen, die gerade aus unseren jüdischen Mitbürgern das Einjährigen- Zeugnis sich erwerben und als Einjährige dienen, ist prozentual sehr viel höher als bei jeder anderen Bevölkerungsklasse. Das Statistische Jahrbuch von Berlin aus dem Jahre 1903 teilt z. B. mit, daß von hundert Schülern der verschiedenen Glaubensbekenntnisse die höheren Schulen besuchten: von den Evangelischen 15,6 o/0/ von den Katholiken 9,76 °/o und von der jüdischen Bevölkerung 6 2,3 o/o. (Hört, hört!) In bezug auf den Besuch der Gemeindeschülen sind die Zahlen wesentlich anders. Diese werden besucht von 83,5 o/0 der Evangelischen, 88,1 o/y der Katholiken und nur 28 o/o Kinder der jüdischen Mitbürger. Da nun aber diejenigen, die einjährig dienen, in der Statistik der Militärtauglichen nicht berücksichtigt werden, so ist es ein ganz falsches Bild, das von jenen Herren unter Berufung auf die Statistik gegeben wird. (Sehr richtig!) Die Herren behaupten weiter, auch die moralische Tauglichkeit fehle den Juden. Nun, schlechte Menschen gibt es überall. Es gibt schlechte Juden, das wissen Sie, es gibt schlechte Christen, das weiß ich auch, und es wird auch schlechte Mohamedaner geben. Die Schlechtigkeit ist unabhängig v o n d e m Glaubensbekenntnis. (Bravo!) Spricht denn aber die Statistik etwa dafür, daß die moralische Minderwertigkeit gerade bei den Inden eine erheblich größere wäre? Das Gegenteil ist aus der Statistik nachgewiesen worden. Oder fordert man vielleicht von denen, die zum Militär gehen, besondere moralische Qualitäten? — Es wäre ja denkbar — vielleicht besondere Charakterstärke, ein besonders starkes Pflicht- und Ehrgefühl und ganz besondere Liebe zum Vaterlande. Wo sind die Männer, die den Beweis erbringen können, daß nach