Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1910)
- Article
- Berlin
- Date
- 1910-05-01
- Page
- 390 (sequence 4)
- Language
- German
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390 Im deutschen Reich. gleichheit. Trotzdem sind wir gar nicht sicher, daß nicht nächstens jüdische Blätter darüber jammern werden, daß am Französischen Gymnasium nur e i n O b e r le h r-e r j ü d i s ch ist. Dafür ist ihm aber der deutsche Unterri ch t in den drei obersten Klassen anvertraut. An jeder deutschen Schule soll das Deutsche im Mittelpunkte des ganzen Unterrichts stehen. Durch die deutschen Stunden sollen preußische Jungen nicht etwa zu phantastischen Weltbürgern, zu Nathans und Posas, zu Griechen und Römern, sondern zu deutschen Männern erzogen werden. Diese Hauptaufgabe unserer Schulen löst aus der obersten Stufe eines Königlichen preußischen Gymnasiums ausschließlich ein Jude! Dies ist ein Mißstand, der unter allen Umständen beseitigt werden muß/' — Da wird es freilich nur ein Mittel geben, um das Gegenteil von Nathans und Posas zu erziehen, nämlich dem Antisemiten Ahlwardt, den man einst den „Rektor aller Deuts ch eif genannt hat, den deutschen Unterricht anzuvertrauen! — S ege u s str ö me. Wie die agrarischen Konservativen gegen den H a n s a - B u n d Stimmung zu machen versuchen, ist viel zu wenig bekannt; aber tatsächlich sind diese Kreise darüber, daß sich die Vertreter von Handel und Gewerbe fester zusammengeschlossen haben, um dem Bund der Landwirte nicht länger für sein nachteiliges Treiben freie Hand zu lassen, von einem tiefen Haß gegen den Hansa-Bund erfüllt. Bei einem Sommersest des Bundes der Landwirte und der Deutsch-Konservativen, das seinerzeit in Neuwied stattfand, wurden lauter haßsprühende Reden gegen den Hansa-Bund gehalten; wie denn Herr Rittergutsbesitzer aus d e m W i n k e l (Sagau) sagte: es sei ein G ebildderBo l k s v e r h e tz u n g, in dem ni ch t d u r ch w e g d eu t sch e Elem en t e wirken, nicht durchweg deutscher Geist weht. Noch schärfer äußerte sich Herr Pfarrer H e ck e n r o t h; er sagte: „M ögen H cxrcn des H ansa - B u n d e § z u I h n e u k o m m e it m 11 i h ren k r u m m e n Nasen u n d kr u nt m e it Beine n und noch so schöne Reden halten, man wird Sie nicht damit beirren; Sie werden jenen zeigen, io eich es Verständnis Sie selbst von Ihrer Lage und von der Viehzucht haben. Und mögen andere gelehrte Herren kommen und Ihnen noch so schöne Vorträge halten über das, was der Landwirtschaft nützlich sei und die sich unter