Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1910)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1910-05-01
- Page
- 377 (sequence 2)
- Language
- German
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Umschau. 377 „blau-schwarzen Block" als ein u n n a t ü r X i cf) e s Bündnis erscheinen. Daß ein großer Teil ihrer katholischen Leser über den Nutzen der konservativklerikalen Koalition ernste Zweifel hegt, hat die „Germania" als das „Produkt längeren Nachdenkens" eines ihrer Gewährsmänner den Satz veröffentlicht, daß das Bündnisdes blauschwarzen Blocks „p r o d u k t i t>" sei. Sie sagt wörtlich: „Das, was Konservative nnd Zentrum zusammengeführt hat, ist das Gemeinsamkeitsgefühl in r e l i g i ö s - ch r i st l i ch e m Sinne. In dem Maße, wie bei den liberalen Parteien dieser Sinn schwindet, und wer wollte bestreiten, daß es sehr schnell damit geht, in dem Maße schließt sich das Band enger um diejenigen, die noch eine göttliche und weltliche Autorität anerkennen und dem Volke erhalten wissen wollen. Es ist aber eine teils geheime, t e i l s offensichtliche stetig wirkende Kraft, die den Liberalismus auf die abschüssige Bahn des Unglaubens und der Pietätlosigkeit zwingt, das ist das Judentum, besonders das moderne, das im Gegensatz zum Zionismus an nichts glaubt als an Gott Mammon und wie vor Zeiten den Tanz ausführt um das goldene Kalb." Da haben wir des Pudels Kern; nach der Darlegung des scharfen Beobachters gibt es zwar zwischen den beiden Gruppen Gegensätze, aber das Einigende ist die antisemitische Tendenz, das blinde Vorurteil gegen die Juden. Ob eine solche Tendenz ein dauerndes Bindemittel für große politische Parteien sein kann, ist abzuwarten. Daß das Judentum, besonders das moderne, ungläubig und pietätlos sei, bedarf nicht der Widerlegung; das Gegenteil ist bekannt, denn infolge der vom Staate auf die Taufe gesetzten Prämie sondern sich die ungläubigen und pietätlosen Bestandteile von dem modernen Judentum beständig ab und lassen den Rest in seiner Gläubigkeit und Pietät zurück, mit diesen Eigenschaften, die glücklicherweise stets moderner bleiben als die mittelalterlichen Anschauungen, die zu Verketzerungen des freien christlichen Bürgertums und zu Judenhetzen führen. Die „Freisinnige Zeitung" bemerkt zu dem Erguß des „religiös-christlichen"-. Gewährsmanns der „Germania": „Uebrigens ist interessant, daß das „Gemeinsamkeitsgefühl" zwischen Junkern und Klerikalen bereits so weit gediehen