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Im deutschen Reich · 1910-05-01 · Heft 5 (Mai 1910) · p. 369

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 5 (Mai 1910)
Article
Die Juden im Weltbild
Date
1910-05-01
Page
369 (sequence 13)
Language
German
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Jndifferemismus und Taufe. •‘,69 timtet intb Vermögen verhindert. Ein halbes Jahrtausend später verkünden seine Propheten den Glailben an eine große Zukunft, wo die ganze Menschheit einen Gott verehrt, wo die Humanität, der Glaube und die religiöse Ueberzengung nur eine sein werden." (Karpeles, 6 Vorträge, S. 10.) Daher erklärt es sich auch, wie es kommt, daß die Juden, die armen gedrückten Insassen des Ghetto, als Mendelsohns Großtat ihnen die Schätze der deutschen Sprache erschlossen hatte, das Licht der Aufklärung, die fortgeschrittensten Ideen dieser geistigen Sturm- und Drangzeit so viel rascher, so viel vollkommener in sich aufnahmen, als die christliche Umwelt. Diese Ideen waren ihnen eben gar nichts Neues. Das waren dieselben Probleme, die, vielleicht in etwas anderer Form, alle ihre Väter und Vorväter beschäftigt hatten. In anderem Gewand traten sie ihnen hier entgegen, und das geistige Erbe ihrer Väter befähigte sie, zu prüfen, zu urteilen und neuzuschasfen. (Schluß folgt.) * Indifferentismus und Hause.') Von Justiz rat S a l i n g er, Oppeln. Es gibt sehr viele Juden, welche» im stillen und auch laut die Frage aufwenem „Weshalb bleiben wir eigentlich Juden? Das Judentum als Religion bietet uns nichts, denn zu Gott - - wenn wir überhaupt an ihn glauben — können wir auch ohne die Formen des Judentums gelangen. Das Judentum ist uns also nichts anderes als ein Hemmnis auf Schritt und Tritt. Wir selbst leiden unter gesellschaftlicher Zurücksetzung, unter Nichtachtung unserer staatsbürgerlichen Rechte, unter geschäftlichen Nachteilen der verschiedensten Art, und unsere Kinder werden das gleiche Unrecht ertragen müssen. Warum werfen wir demnach nicht fort, .was uns zum wenigsten gleichgültig ist und uns nur Schaden bringt?" ch Die Redaktion billigt nicht in allen Einzelheiten die Auffassung des Verfassers, ist aber bereit, kurze Ausführungen über die Frage zur Veröffentlichung zu bringen, soweit sie sich im Rahmen der Satzungen des Eenr-ral-Vereins bewegen.

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