Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 4 (April 1910)
- Article
- Berlin
- Date
- 1910-04-01
- Page
- 331 (sequence 7)
- Language
- German
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Korrespondenzen. und Gelachter ersetzten diesmal das Bravo von früher. Ter Fabrikant Zoller jr., ein Mitglied des Hansa-Bundes, wies die Anzapfungen Bindewalds mit Entschiedenheit zurück. Der Sozialdemokrat A. Fehr rechnete mit Bindewald wegen der von diesem im Reichstage gemachten Fehler scharf ab. Bindewald wird Wohl eingesehen haben, daß seine „Hochburg", wie er Schlitz und das Schlitzer Land früher scherzweise zu nennen geruhte, von seinen Mätzchen vollständig genug hat." X Kcmtif, 13. März. Die „Ostdeutsche Tageszeitung" schreibt.' „Zehn Jahre sind nun verflossen seit den aufregenden März La gen in Könitz. Am 12. März 1900 (Montag) wurde der I8V2 jährige Gymnasiast (Obertertianer) Ernst Winter aus Prechlau vermißt. Er war Sonntag, den 11. März, nachmittags gegen 5 Uhr, in einer Straße der Stadt zum letzten Male gesehen worden. Am 13. März (Dienstag) fand man im Mönchsee — an der jetzigen Rähmestraße — in Packleinwand, die aus dem Nachbarhause der Winterschen Wohnung stammte, erst den Rumps des Toten, ohne Kops, Arme und Beine, unter den Rippen durchschnitten, dann die unteren Teile des Rumpfes, am 15. März den rechten Arm (am evangelischen Kirchhofe) und im See den einen Oberschenkel. Der Kops wurde erst im April gefunden. — Man dachte anfangs an einen Mord — noch heute glauben ja auch noch viele, daß W. „unter den Händen herzloser Mörder verblutete" (vergl. Kon. Tagebl. Nr. 60), obwohl durch eingehende wissenschaftliche Untersuchungen der Leichenteile und der später gefundenen Kleidungsstücke des Unglücklichen längst glaubhaft nachgewiesen worden ist, daß der so plötzlich aus dem Leben Geschiedene aus Abwege geraten und bei irgend einem geheimen Sonntags-Abenteuer erstickt ist und die Leiche dann von dem (oder den?) bestürzten einzigen Zeugen des Dorsalls zerstückelt und beseitigt wurde. Man kann also mit Fug und Recht nur von einem Unglückssall oder einem Totschlag mit nachfolgender Leichenschändung sprechen. Mit den Märztagen 1900 begannen aber die schrecklichen, von irregeleiteten Menschen in Könitz und anderen Städten verübten Verhetzungen und Verfolgungen, da es leider nicht gelang, den oder die Täter zu ermitteln. In den zehn Jahren ist wohl Gras gewachsen über niancherlei Ungerechtigkeiten, unter denen ein Teil der Bevölkerung schwer zu leiden hatte. Ber-