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Im deutschen Reich · 1910-04-01 · Heft 4 (April 1910) · p. 204

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 4 (April 1910)
Article
Gerhard v. Amyntor und die Juden
Date
1910-04-01
Page
204 (sequence 2)
Language
German
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204 Im deutschen Reich. jektivität und Seelenruhe öffentlich verhandeln und lösen. Dem ist. nicht so. Der großen Menge Läßt sich keine Doktorfrage vorlegen; gar Zn schnell wird die Bestie im Menschen wach; die Gerechtigkeit wird vom Richtstuhl gestoßen, und an ihre Stelle setzt sich die blutdürstige Niedertracht. Wir haben eine Gesetzgebung; wenn der Jude gegen dieselbe frevelt, so verfällt er dem Strafrichter wie jeder andere Staatsbürger. Dies reicht vollkommen gegen jede von den Agitatoren behauptete Vergewaltigung guter christlicher Sitte durch verdammenswerte jüdische Praktiken und Manöver aus. Von einer Bedrohung unserer Nationalität, unserer Religion durch das emporkommende, sich ausbreitende Judentum zu sprechen, die nationale Frage den Semiten gegenüber auszuspielen, als ob die letzteren in Deutschland Franzosen, Türken oder Papuas wären, der blöden unduldsamen Menge die Lüsterne Vorstellung zu. erregen, daß sich möglicherweise alle Juden ausgeplündert in ein Schiff pferchen und nach Jerusalem zurücktransportieren ließen, das sind — ich kann den gelinden Ausdruck nur wiederholen — Geschmacklosigketten, denen eine bedenkliche Explosivkraft innewohnt und vor. denen nicht nachdrücklich genug gewarnt werden kann. Auch die mildere Form der Agitation, welche nur den Ausschluß der Juden von gewissen Aemtern vorschlägt, ist eine verwerfliche. Die Eidesfrage läßt sich lösen, ohne daß man die Robe des Richters für den Juden unerreichbar macht. Wir haben uns glücklich aus einem rohen Stück Mittelalter herausgearbeitet und allen steuerzahlenden Staatsbürgern freie Lust und freie Bewegung erobert; dem Juden diese oder jene Laufbahn verschließen, heißt, ihn nach und nach wieder auf das Gebiet des Schachers und Wuchers zurückdrängen, seine vielseitige, oft großartige Beg ab ung brach legenunddasWohl der Gesa mth eit u m den Ertrag der s elb en v e r k ü rz en. Es ist die schiefe Ebene, auf die man sich mit solcher Forderung begibt; würde die Forderung erfüllt, so müßte der Charakter der Ausgeschlossenen naturgemäß degenerieren, und aus dieser Degeneration würde mau bald genug neue Gründe herleiten, um zu umfangreicheren Beschränkungen sortzuschreiten, und wie lange würde es dauern,

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