Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-03-01
- Page
- 180 (sequence 21)
- Language
- German
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180 Iw deutschen Reich. scheu Juden zur Wahrung ihrer staatsbürgerlichen Gleichberechtigung im Vaterlande sei, und gab insbesondere der erbitterten Stimmung Ausdruck, welche durch die jüngsten Ausführungen des Kriegsminifters über die Zurücksetzung der Juden im Heere erzeugt worden ist. Der Vorsitzende des badischen Landesausschusses, Stadt- und Konferenzrabbiner Dt. Appel aus Karlsruhe, richtete im Anschlüsse an die Ausführungen des Redners eine dringende Mahnung an die Versammlung, die Bestrebungen des Vereins durch den Beitritt zu fördern. Zahlreiche Anwesende folgten dieser Aufforderung, so daß der Verein einen erfreulichen Zuwachs in dieser ersten badischen Versammlung erhielt, der für die in Baden in Aussicht genommene Vereinstätigkeit von guter Vorbedeutung sein möge. An der Diskussion beteiligten sich der Leiter der Versammlung, Herr Rechtsanwalt Kassewitz, der unter reichem Beifall die unhaltbare Auffassung des Kriegsministers einer treffenden Kritik unterzog. Das Vorstandsmitglied, Herr vr. Joseph Lewy, richtete seine Worte insbesondere an die zahlreich erschienenen Frauen, auf deren Mitarbeit der Verein um so größeren Wert lege, als ihnen die verantwortungsvolle Aufgabe zufalle, einen Nachwuchs zu erziehen, der dem ernsten Kampfe um die staatsbürgerliche Gleichstellung nach jeder Richtung hin gewachsen sein müsse. Auch diese in warmherzigen Worten vorgebrachten Ausführungen fanden lebhaften Widerhall in der Versammlung. Es folgte alsdann die Konstituierung d e r O r t § - gruppe Frei bürg, in deren Vorstand gewählt wurden der bisherige Vertrauensmann, Hauptlehrer Heidingsfeld, ferner die Herren Gerichtsassessor Dr. Appel, Emil Mayer, Rechtsanwalt Eugen Meyer und Bankdirektor Willy Wolfs. Der Vorstand beschloß, für die nächste Zukunft eine rege PropagandaLätigkeit in Freiburg zu entfalten. — $lad) kurzem aber schwerem Leiden ist in Schwerin in Mecklenburg am 16. Februar Herr Landesrabbiner Dt. Fabian Feilchenfel d im 83. Lebensjahre verschieden. Der Verstorbene, der weit über seinen Berufskreis hinaus große Verehrung genoß, auch im Lehramte und als Verfasser von Lehrbüchern der jüdischen Religion verdienstlich wirkte, hat sich als einer der ersten deutschen Rabbiner bald nach der Begründung des Central-Vereins uns ange-