Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-03-01
- Page
- 179 (sequence 20)
- Language
- German
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B e r e m s n a ch r i c h t e u. 179 Anzahl hessischer Gemeinden wirkenden Ortsgruppe Kassel die Vereinssache neuerdings sehr erfolgreich in einer Gegend gefördert wird, in welcher der Verein früher nur ganz mangelhaft vertreten war. — Die am 21. Februar in R u h rort abgehaltene Central-Vereins-Versammlung war so zahlreich besucht, daß der Saal im Kaiserhof bereits vor Beginn der Versammlung gefüllt war und später Erschienene nur mit Mühe noch Platz finden konnten. In der von Herrn Am b erg mit einer Begrüßungsansprache eingeleiteten Versammlung hielt Herr Rechtsanwalt Max Abel aus Essen einen Vortrag über das Thema ,,W a s will der E e n t r a l -VereinDer Redner verwies darauf, daß die deutschen Juden zwar nach Verfassung und Gesetz gleichberechtigt seien, daß aber irr der Praxis, im öffentlichen Leben, ii]nen die Gleichberechtigung vielfach versagt werde. Der Redner beleuchtete die Zurücksetzung der Juden in der Verwaltung, besonders aber im Heere, unterzog dabei die Antwort des preußischen Kriegsministers einer Kritik und betonte dabei, daß es schlecht um die deutsche Disziplin stehen müsse, wenn die Mannschaft jemals einem jüdischen Vorgesetzten den Respekt versagen sollte. Bei einer Besprechung des Antisemitismus im Handel und in der Industrie erwähnte der Redner tadelnd, daß einzelne Banken keine Juden unter ihren Angestellten zahlen. Rach einen: kurzen Rückblick auf die Entstehung des Central-Vereins schilderte der Vortragende die Tätigkeit des Vereins und seine Ziele in lichtvoller Weise und erntete am Schluffe des fast i.1/? ständigen Vortrages reichen Beifall. Au der sich anschließenden regen Diskussion beteiligten sich die Herren I. Philips, Jakob, Referendar Rosenthal, Rabbiner Dr. Neumark und Steinberg. Durch diese Versammlung wurden dem Verein sofort 28 neue Mitglieder z u g e f ü h r t. — Am 22. Februar fand in Freiburg i. B. eine von etwa 200 Personen besuchte, von Herrn Rechtsanwalt Kassewitz geleitete Versammlung statt, in welcher der Syndikus des Central-Vereins, Rechtsanwalt Dr. H ollä n der, einen mit großem Beifall aufgenommeneu Bortrag über „D i e Lebensfragen der deutschen I u d e n" hielt. Redner zeigte an Beispielen aus der jüngsten Vergangenheit, eine wie dringende Forderung der Zusammenschluß aller denk-