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Im deutschen Reich · 1910-03-01 · Heft 3 (März 1910) · p. 158

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 3 (März 1910)
Article
Rixdorf
Date
1910-03-01
Page
158 (sequence 3)
Language
German
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158 Im deutschen Reich. an demselben Abend die Wiederkehr des Gründungstages festlich beging, wird der gediegene Vortrag seinen Einfluß nicht verfehlen. (8. II.) -r d. Magdeburg, 7. Februar. Unser Bereinsmitglied, Herr Fabrikbesitzer Alfred Zweig, ist zrrm Stadtrat gewählt und als solcher bestätigt worden. Zum ersten Male bekleidet in Burg ein Jude dieses Amt. 0 ^amvnxg, 2. Februar. Gestern fand in einer Hälfte der Stadt Hamburg die Neuwahl von 36 Bürgerschaft s m i t g li e d e r n statt. Wie viele Sitze auf die einzelnen Vorschlagslisten entfallen, hängt von zwei Wühlergruppen ab: Nach dem Willen der Wähler, welche ein Einkommen von mehr als 2000 M. versteuern, werden 24 Sitze verteilt, während die Stimmen der übrigen über die anderen 12 Sitze bestimmen. Bei der schließlichen Bestimmung aber, welche Personen die für die einzelnen Vorschlagslisten bestimmten Sitze einzunehmen haben, haben die Stimmen beider Gruppen gleichen Wert. Die vorliegenden 5 Vorschlagslisten entsprachen den in der Bürgerschaft vertretenen Fraktionen: I. Rechte, 2. Linke Zentrum, 3. Linke, 4. Bereinigte Liberale, 5. Sozialdemokraten. Die ersten drei Fraktionen stehen auf dem Boden des neuen Wahlgesetzes, welches den Einfluß der Sozialdemokraten zurückzudrängen bestimmt war; die Bereinigten Liberalen, welche den Freisinnigen im Reiche entsprechen, find Gegner dieses Wahlgesetzes. — Von allen Parteien wurde mit großem Eifer um die Gunst der jüdischen Wähler geworben; jede Partei hatte Juden in ihre Liste ausgenommen, und in den Wählerversammlungen gab es keinen schlimmeren Vorwurf, als den des Antisemitismus. Insbesondere denn Linken Zentrum wurde der Vorwurf gemacht, antisemitische Elemente hätten bei ihm Unterschlupf gefunden. Das Linke Zentrum protestierte aber in Versammlungen und Zeitungen dagegen und erklärte, es hätte niemals 'Antisemiten ausgenommen und werde es auch nie tun. Mitglieder des Linken Zentrums, deren antisemitische Gesinnung von früher her bekannt war, erklärten, sich gemausert zu haben oder behaupteten wenigstens, sie hätten niemals eine antisemitische Gesinnung im politischen Leben betätigt und würden es auch nie tun. Ihre Erklärungen fanden nicht überall vollen Glauben, aber es ist immerhin Tatsache, daß neben diesen

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