Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- Kriegsminister von Heeringen
- Date
- 1910-03-01
- Page
- 131 (sequence 3)
- Language
- German
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von feiner int Dienste erwiesenen wissenschaftlichett Befähig tt n g und mutigen Hilfsbereitschaft. Der im Kampfe Verwundete sucht den Retter und Helfer tticht im Christen oder Juden, sondern im Militärärzte. Aber in der Anstellung und Wahl der Helfer in der Not ist die K o n - fession entscheidend — im Friede n. Wehe den Braven, die im Kriege unter dem Fluche solcher Erwägungen v e r b I u t c n müßten' Es wäre gewiß nicht angebracht, ans bekannten Spieler- Prozessen oder ans Potsdamer, Forbacher und Allensteiner Verhältnissen und Prozessen Rückschlüsse aus „Autorität" und „Achtung" eines ganzen ehrenwerten Standes zu machen, welcher glaubt, besondere Ehrbegriffe und Ursache zu besonderer Exklusivität zu haben. Au alledem hatte nicht die Konfession Anteil, wohl aber die „Persönlichkeiten" der Belasteten. Die „Autorität" und „Achtung" soll und muß sich jeder wohlerzogene und gebildete Mensch in feiner Stellung und in seinem Wirken verschaffen, und Militär und Marine haben kein besonderes Privilegium dafür. Die mit Recht vielgerühmte Disziplin der deutschen Armee und Marine bildet das Rückgrat der „Autorität" und der „Achtung" vor der Persönlichkeit des Vorgesetzten, und es wäre traurig um diese Säule unserer Wehrkraft bestellt, wenn der Taufschein irgendeiner Konfession dieses Bollwerk des Heeres'unterminieren könnte. Zeugt nicht die Geschichte ebenso wie die Erinnerung intferer deutschen Veteranen von der rühmlichen und unbestrittenen Tapferkeit und Pflichterfüllung der Soldaten jüdischen Glaubens aller Chargen in den Feldzügen 1864, 1866, 1870/71? Oft genug ist von hoher Stelle solche Anerkennung ausgesprochen worden. Das waren „g a n z e P e r s ö n l i ch teil c n" nicht n u r in der „Front", sondern vor der „Front", tamhour battant, uitb mit hochgeschwungenen Fahnen v o x a Her W e l t! Sie gaben ein lautes Zeugnis von Vaterlandsliebe und Treue ztt Kaiser und Reich! Es ist mindestens sonderbar, meint der Kriegsminister bei der Frage der Beförderung jüdischer Soldaten ans unsere „niederen Volksschichten" und deren „Auffassung" Rücksicht nehmen zu miissen glaubt, da sonst gerade diese