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Im deutschen Reich · 1910-03-01 · Heft 3 (März 1910) · p. 130

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 3 (März 1910)
Article
Kriegsminister von Heeringen
Date
1910-03-01
Page
130 (sequence 2)
Language
German
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130 Im deutschen Reich. Nicht „Bestimmungen" sind der Gegenstand der andauernden berechtigten Anklagen der Volksvertreter, sonder:; Verletzung von Verfassung und Gesetz, die „federn Deut s ch e n g l e t ch e s Recht, o h n e R ii ck sicht auf die Kon fession", verbürgen. Und diese Verfassung ist vom aller höchsten Kriegsherrn beschworen und somit für alle, vor Minister bis zur Mannschaft in allen Chargen, ohne Zw eise r e ch L s v e r b indl i ch. Eine Schmälerung oder einen Brucl dieses Rechts in dem Heere kann und darf es nicht gebe-; Was aber anderes ist es, wenn man den tüchtigen, dienst eifrigen und intelligenten Soldaten jüdischen Glaubens da; Recht versagt zu avancieren, zugestandenermaßen alle;- aus konfessionellen Gründen?! Eine, wie der Kriegsminister sagt, „an einzelnen Stelle vorhandene durchaus nicht gerechtfertigte Abneigun gegen jüdische Einjährige" darf eine Rechtsverletzun n i m m e r m e h r rechtfertigen oder begründen. Wenn, wie der Kriegsminister meint, „Können, Wisse und Charakter" allein den Offizier nicht vollwertig erscheine lassen, so kann die „ganze Persönlichkeit", auf die, wie er sag es „ankommt", diesen Wert nicht w es entlich steigern. Od; soll die ganze Persönlichkeit etwa in den kaum der kindliche Erziehung entwachsenen Kadetten und Schülern der Bord reitungs-Jnstitute oder den oft recht jünglingshaft üiii sehenden Leutnants in die Erscheinung treten? Oder soll di angeborene Adel in der übergroßen Masse seiner Sprößlini in Heer und Marine die „ganze Persönlichkeit" in Erbpcü genommen haben? Nein, Herr Minister, die „Schneidigkei und der Adel machen den kriegstüchtigen, königstreuen u; ehrenhaften Offizier so wenig wie die Nase die „Persö lichkeit"!! Autorität und Achtung gebietendes Verhalten v o r t Front, was die Stellung des Offiziers verlangt, sind ebei wie diese Qualitäten außerhalb der Front zu bewert und absolut unabhängig von jedem Glaubensbekenntni Mit Tapferkeit und Mut, mit Energie und Opserfreudigke uüd nicht mit der sogenannten „Persönlichkeit" sind uns; Siege ruhmreich erfochten worden. Kein Offizier oder; meiner Mann wird z. B. von der ,,P e r s ö n l i ch k e i t" i) Militärarztes Beistand und Rettung erwarten dürfen, sonde

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