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Im deutschen Reich · 1910-02-01 · Heft 2 (Februar 1910) · p. 120

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 2 (Februar 1910)
Article
[Ohne Titel]
Date
1910-02-01
Page
120 (sequence 9)
Language
German
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120 Im deutschen Reich. grauen müßten sich in erster Linie nur die politische Gleichstellung mit den Männern bemühen. Direktor Dr. A d l e r faßte das programmatisch Wesentliche dahin zusammen, daß der Ceu.tral-Verein, der die Selbstachtung der Juden wiederznerwecken und wachzuhalten strebe, die vereinten Kräfte der Männer und Frauen brauche, um sein Rechtsziel-zu erreichen. In einen: Schlußwort begründete Frau Dr. Eschelbach er nochmals ihre Ansicht, daß es die erste Pflicht der jüdischen Frauen sei, sich zu erzogenen Erzieherinnen heranzubilden. — Wie uns seinerzeit aus R ö s s e l i n O st p r. mitgeteilt wurde, hatte am 25. Oktober in dem dortigen Kgl. Gymnasium Herr Professor Dr. Kr u s ch e iu s!i dem durchaus wohlerzogenen Sohne des Herrn Simon Loewenftein, der nichts weiter verbrochen hatte, als laut zu niesen, zugerufen: „Du, Jude, stehe mal auf. Ich werde euch schon die Leviten austreiben. Ihr seid das gemeinste Volk, das es gibt. Auf eurer Bank sitzt die ganze Judenschaft. Ich werde euch mit der Peitsche hinkommen, daß Ihr in den Rinnstein fliegt. Ihr gehört zu den Schweinen, die Ihr nicht fressen wollt." Wenn derartige Aeußerungen un gesühnt blieben, wäre zu befürchten, daß die Schüler des dortigen Gymnasiums weiteren Beleidigungen aus^efetzt sein würden und auch in der übrigen Bevölkerung der Antisemitismus um sich greifen könne. Der Vorfall ist deshalb zur Kenntnis des Pvoviuzial-Schnlkollegiums in Königsberg gebracht worden. Darauf ist am 2. Dezember im Disziptinarwege über den Erzieher der Jugend eine Geldstrafe von 90 M. verhängt worden. Es sollen zwar in Fällen, in denen es sich um Verletzung der Empfindungen katholischer Schüler handelte, anderwärts schwerere Bestrafungen erfolgt sein, aber immerhin kann man die Sühne als hinreichend erachten, die in einer kleinen Stadt, wo jeder die Bestrafung erfahrt, einen nachhaltigen Eindruck zu machen geeignet ist. —' Der Verlag der Zeitschrift „Der Arzt als Erzieher", den wir auf das Schädliche und Beleidigende einer Stelle in dem Artikel „National" aufmerksam gemacht haben ichergl. S. 48 des vorigen Heftes), hat seine uns abgegebenen befriedigenden Erklärungen noch durch nachstehende Kundgebung im Heft 12 der Zeitschrift „Der Arzt als Erzieher" erzeugt: „Zur f r d 1. KcnntüDii a h m e! Der anti-

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