Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-02-01
- Page
- 117 (sequence 6)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 13 7 bestehen könnten, daß alles, was der Verbesserung Der menschlichen Energie entgegenstehe, als ruiturwidrig anznfehen sei. Man müsse dazu gelangen, den Krieg, der zur Zerstörung .des durch die Energie Geschussenen sührt, nicht weiter fälschlich als „B ater der Di it g e", sondern als deren Feind anzusehen, und sich von der den modernen Aulturbegrissen widersprechenden altrömischen Anschauung loszusagen, daß Kampfesmut die höchste Tugend sei. Als das höchste Ziel der Kultur, als die Lösung ihres tiefsten Wollens, müsse vielmehr die Aussöhnung, der Frieden der Menschheit, der Wegfall hemmender Grenzen gelten. Dieser Ausspruch bot dem Bortragenden Gelegenheit, mit Beziehung ans die Tendenzen des Central-Vereins dem Wunsch eines wahren Friedensfreundes Ausdruck zu geben, daß bald die Zeit kommen möge, in der der Central-Berein das Ziel seiner Bestrebungen erreicht haben werde und deshalb den ihm aufgedrungeneu Kampf einstellen könne. — Daß aber der Central- Berein nicht nur ein Kampfverein ist, daß er nach dem Auf- Hören antisemitischer Angriffe und unberechtigter Einschränkungen der verbrieften Gleichberechtigung noch die höhere Aufgabe haben wird, die deutsche Juden heil in Friedenszeiten so zusannnenzuhalten wie im Kampfesdrang, als eine Verbrüderung vaterländisch gesinnter Männer, die deutsche Staatsbürger und charaktervolle F u d e n b l eiben w o l l e n , würde nach dem mit langanhaltendem Beifall belohnten Bortrag sicher von jüdischer Seite ergänzend zum Ausdruck gebracht worden sein, wenn noch eine Diskussion stattgefunden hätte. Dazu 'aber war der Eindruck der Ausführungen des berühmten Gastes zu mächtig, und der Wunsch, diesen nicht irgendwie abzuschwächen, zu berechtigt. — Der große Apollosaal, in welchen die Posen er Ortsgruppe des Eentral-Bereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens auf den 12. Januar eine Versammlung eiuberufeu hatte, war schon vor Beginn überfüllt. Viele mußten sich mit einem Stehplatz begnügen, und es mochten wohl 1200 Zuhörer erschienen sein. Nach der Begrüßung seitens des ' Vorsitzenden der Ortsgruppe, Rechtsanwalt K ir s ch n e r, richtete der Vertreter des Centraloorstandes, Professor Dr. B l u m e n t h a l - Berlin, Worte der Anerkennung an die Posener Ortsgruppe, die sich zu einer der