Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1910)
- Article
- Potsdam
- Date
- 1910-02-01
- Page
- 105 (sequence 6)
- Language
- German
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Korrespondenzen. iÖ5 sondern nur eine Genugtuung und ein Zeichen von Rechtlichkeit die einem unerträglichen Gewissenszwang ein Ende machen wolle, der um so unerträglicher sei für eine Stadt, der Friedrich der Große ihr Gepräge gegeben: wo dieser König, der jeden nach seiner Fasson selig werden lassen wollte, gelebt, dort müsse jedem die Möglichkeit geboten sein, nach seiner Religion sein Leben zu gestalten. Die Abstimmung brachte das bereits oben mitgeteilte Resultat, das von allen Kreisen nicht nur unserer Gemeinde, sondern auch unserer Stadt, die sich durch diesen Beschluß am meisten geehrt hat, aufs freudigste begrüßt wird. > A-atrbor, 6. Januar. Heute erfolgte hier die Gründung eines jüdischen Jugendbundes. In der Versammlung hielt Herr Rabbiner Dr. Diene mann ein Referat über „Zweck und Notwendigkeit eines jüdischen Jugendbundes". 35 Mitglieder zeichneten sich in die Beitrittsliste ein. p Drrschau, 8. Januar. Dem Stadtsekretär Alfons Stern ist bei seinem Ausscheiden aus dem Dienste der Kronenorden vierter Klasse verliehen worden. )—( Hamburg, 7. Januar. Der 9. Zioniftenkongreß, der am 26. Dezember in Anwesenheit von 431 Delegierten aus den verschiedensten Ländern und überaus zahlreichen Zuhörern eröffnet wurde,, hatte dadurch eine erhöhte Bedeutung, daß zum ersten Male ein solcher Kong'reß auf deutschem Boden tagte, während alle früheren Zionistenkongresse im Auslande abgehalten wurden. Der Präsident des engeren Ausschusses, Dr. David Wolssohn (Köln), betonte dies in seiner Begrüßungsansprache als günstige Wendung und verwies dann auf die zum Verfassungsstaat umgestaltete Türkei, von der als von einem politisch geeinten freien Staate eine Förderung der jüdischen Einwanderung nach Palästina im eigenen Interesse zu erwarten sei. Nach einer Reihe von Begrüßungen ergriff unter stürmischem Jubel Or. Max Nord au das Wort, um vor jedem Ueberschwang und besonders vor jeder Einmischung in die inneren Wandlungen des ottomanischen Reiches zu warnen. .Der Zionismus dürfe sich mit keiner Partei identifizieren. Wenn die Zionisten nach der Türkei gingen, müßten sie als ottomanische Reichsangehörige palästinensische Juden sein und bleiben, die Assimilation unter allen Um-