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Im deutschen Reich · 1910-02-01 · Heft 2 (Februar 1910) · p. 95

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 2 (Februar 1910)
Article
Berlin
Date
1910-02-01
Page
95 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 95 wieviel fr auf e Entwicklungsgänge vielfach wider Erwarten aufgefunden wurden, um einfache Erscheinungsformen vielfach ganz gegen die natürlich erscheinenden Annahmen zu erklären. So wird es sich fragen, ob die gedruckten Vorträge Sombarts mit ihren Quellenangaben nicht manch schönes Sentiment rauben werden und ob nicht tiefer nachgehende Forschung den visionären Barr manch glänzender Konstruktionen erschüttern muß. Sombart verwahrte sich gegen jede Tendenz nach der Seite der Juden oder ihrer Feinde. Unparteilichkeit sollte bei jedem Gelehrten selbstverständlich sein. Wenn sie bei diesen Bortrügen mehrfach betont wurde, so geschah es wohl deshalb, weil Fanatismus und Tradition bisher schon sogar Gelehrte ersten Ranges bei der Behandlung jüdischer Probleme straucheln ließ. Wenn Juden und Judengegner an den Vorträgen vielfach Ausstellungen zu machen gehabt hätten, so bezeuge das ihrem Autor Unparteilichkeit und wissenschaftliche Methode, meinte der Medner. Also das Gleichgewichtsstadium der ans die Schalen einer Wage gelegten Angriffe soll diese vernichten. So. einfach liegen die Dinge doch nicht, und da müssen wir Herrn Sombarts selbstzufriedene Stimnmng etwas stören. Einwendungen wissenschaftlicher Art nach Maß und Zahl zu beurteilen, ist nicht angängig. Die Methode blendet vielleicht für die Minute, ohne eine dauernde Erkenntnis zu gewährleisten. ■ Nicht politische Gehässigkeit kann zur Zurückweisung von Zweifeln führen: lediglich wissenschaftliche Nachprüfung, des Angriffes schafft Klarheit und Wahrheit. So wird man darüber nicht hinwegkommen, es zu mißbilligen, wenn Sombart aus der Tatsache, daß die Juden in Berlin 30 o/o der gesamten Einkommensteuer bezahlen, den Schluß des jüdischen Reichtums im allgemeinen ziehen zu können glaubt. Diesen Reichtum haben nur einzelne, ihre Steuerleistungen drücken die mageren Abgaben hunderter kleiner Leute statistisch hinauf. Und dann wohnt aus einem ganzen großen Teile Deutschlands alles in Berlin, was an jüdischen Leuten ein bißchen Geld hat. Vor den Toren sitzen die Armen. Also man kann den Juden nur wünschen, sie'wären so reich, wie Herr Sombart sie schätzt. Für diejenigen, welche nichts über den Inhalt der Borträge wissen, seien folgende programmatischen Punkte hervor-

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