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Im deutschen Reich · 1910-02-01 · Heft 2 (Februar 1910) · p. 77

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 2 (Februar 1910)
Article
Medizinalpraktikanten und Konfession
Date
1910-02-01
Page
77 (sequence 2)
Language
German
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Ü)fcM^inafpraftifmiten und Konfession. in Ihrem Lebenslauf die Ar gäbe der Konfession. Da die zurzeit hier beschäftigten Aerzte den dringenden Wunsch haben, nicht mit jüdischen Kollegen zusammen im Kasino zu Verkehren, würde ich in dem Falle, daß Sie Israelit sind, zu meinem Bedauern nicht in der Lage sein, Ihre Bewerbung um die Praktikantenstelle zu berücksichtigen. Im anderen Falle bitte ich mir den Zeitpunkt, an dein Sic einzutreten gedenken, möglichst bald anzugeben. Hochachtungsvoll gez. B. S ch n e i d e r. Man weiß nicht, worüber inan sich mehr wundern soll: über die Herren Assistenten, die einen angehenden Kollegen, ohne ihn zu kennen, ohne Nachteiliges von ihm gehört zu haben, nicht unter sich dulden wollen — ein Hohn aus die vom Aerztestande so hoch gehaltene .Kollegialität — oder über den Herrn Direktor, der so wenig erzieherisch ans die ihm untergeordneten Herren zu wirken vermag und der sich so leichten Herzens über Gesetz und Berfassung hinwegsetzt. Folgerichtig wird dieser dirigierende Arzt, mit den Ton tut Kasino nicht zu stören, auch jüdische Bernerber um Assistentenstellen zurückweisen, was der Berfassung zuwider ist. Man sollte meinen, daß das Borgehen des dirigierenden Arztes unh seiner Assistenten so unerhört ist, daß es nur des Hinweises auf den Sachverhalt bedarf, um die Vorgesetzte Behörde zu veranlassen, den Krankenhausdirektor aus seine Pflichten hinzuweisen und der Wiederholung derartiger Vorkommnisse einen Riegel vorzuschieben. Weit gefehlt! Aus eine diesbezügliche Eingabe an den L a n d r a t de s K reis e s T e l t o 10 , H e r r n v. A ch e n b a ch , erhielten wir folgende Antwort: Der Landrat des Kreises Teltow. Berliir Vl. 10, den 26. November 1900. Biktoriastraße 19. Zum Schreiben vom 28. Oktober d. I. Der ärztliche Direktor des Kreiskrankenhauses in Britz wollte mit dem Bescheide an den 2Nedizinalpraktikanten G. diesen im eigenen Interesse offen

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