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Im deutschen Reich · 1910-01-01 · Heft 1 (Januar 1910) · p. 45

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 1 (Januar 1910)
Article
[Ohne Titel]
Date
1910-01-01
Page
45 (sequence 11)
Language
German
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Vereinsnachrichten. 47i Diese Ausführungen fanden wohlverdienten Beifall und veranlaßten den Vorsitzenden, Herrn Sanitätsrat Or. Leib holz, der Rednerin im Namen des Gruppenvorstandes herzliche Dankesworte zu widmen. Nachdem seiner Aufforderung an die anwesenden Gäste, die folgende Pause zu Beitrittserklärungen zu benutzen, mehrfach Folge geleistet worden, leitete Frau Or. Eschelbach er die Diskussion damit ein, daß sie, anknüpfend an den Vortrag der Frau Henriette May, ganz besonders die innere Mission, das Streben nach Selbstzucht und Selbstveredelung, als die wichtigste Aufgabe der deutschen Staatsbürgerin jüdischen Glaubens bezeichnete, und die Frauen ermahnte, mit ihren Männern und für sie im Geist der Liebe zu arbeiten. Herr Rabbiner Kamerase aus Rixdors brachte hierauf einen Einzelsall zur Sprache, der zunächst das Königliche Lehrerinnenseminar betraf, aber ein besonders grelles Licht auf nie Hemmnisse warf, die den Jüdinnen bereitet werden, welche sich dem Berufe der Lehrerin widmen. Die daran geknüpfte Anfrage beantwortete Frau Direktor M a y mit dem Hinweis darauf, daß die der betreffenden jungen Dame bereiteten Schwierigkeiten wesentlich daraus zurückzuführen seien, daß. die Erörterungen darüber, wie weit das betreffende Seminar als eine evangelische Stiftung zu betrachten sei, noch nicht abgeschlossen waren, daß überhaupt die Lage der jüdischen Lehrerinnen nicht nur den Central-Verein zu eingehenden Erörterungen veranlaßt habe, sondern daß auch der jüdische Frauenbund diese Frage bearbeite, und daß diese Angelegenheit keineswegs aus den Augen gelassen werde. Herr Prediger Or. Bleichrode gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Arbeitsausschuß des Centräl-Bereins nicht nur die Frauen mit politischen und sozialen Aufklärungen ausrüsten, sondern auch dafür Sorge tragen möchte, daß sie mit der Geschichte und der Wissenschaft der Juden sich so weit vertraut machen, daß sie befähigt werden, die Hoffnungen derer zu erfüllen, die die Erhaltung des Judentums gerade von der treuen Mitarbeit der Frauen erwarten. Als letzter Diskussionsredner sprach Herr Or. Domke über das, was die moderne jüdische Frau als ihr gutes Recht in Anspruch nimmt und über die besonderen Aufgaben, die ihr als Jüdin zufallen. Er berührte dann die letzten Wahlkämpfe und widmete dem Central-Verein lebhafte Anerkennung dafür, daß er es den Juden zur Pflicht mache, in den Antisemiten nicht nur den

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