Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1910-01-01 · Heft 1 (Januar 1910) · p. 34

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 1 (Januar 1910)
Article
Stuttgart
Date
1910-01-01
Page
34 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2316602-2316791-2316793--19916-2342764
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Im deutschen Reich. 34 quälerei verbunden sei, eine noch größere Anzahl sage aber das Gegenteil und beweise, daß diese Schlachtmethode durchaus nicht grausamer sei als' eine andere Tötungsart; unter diesen Umständen liege kein Anlaß vor, einzugrcifen, zumal es sich um eine rituelle Bestimmung handle; zu seiner früheren Anregung sei er nicht durch politische Motive, sondern durch den Standpunkt des Tierfreundes veranlaßt worden. Oberbürgermeister v. Gauß stellte zum Schluß mit'Genugtuung fest, daß die Sache im allseitigen Einverständnis erledigt sei; es wäre höchst mißlich gewesen, aus Gründen des Tierschutzes religiöse Ueberzeugungen zu verletzen. o Äil-bnrghnusen, 5. Dezember. Die hiesige „Dorfzeitung" hatte am 19. November ein von einem Dr. G. verfaßtes Feuilleton „Schreibende Frauen" veröffentlicht, dessen antisemitische Tendenz in dem sonst keineswegs judenfeindlichen Blatte peinlich überraschte. Es fanden sich darin u. a. folgende Sätze; „Dieser Stil, nur auf Blendung berechnet, kann kein deutscher Stil sein, er ist gepflegt von dem fremden Element unter uns, den die ganze Literatur durchsetzenden Juden, diesem Krebsschaden, der die germanische Kultur auf allen Gebieten in Frage zu stellen droht. Eine Art von neuem, jüdischem Manierismus macht sich mächtig in Literatur und Presse breit; wer sich davon überzeugen will, braucht nur z. B. das sogenannte „Feuilleton" einer Berliner Zeitung mit seinen Skizzen und Kritiken zu verfolgen, in diesem wunderbaren Abbild unseres verjudeten, über alles hinhastenden, oberflächlichen Lebens. W a s ch - lappige Juden und charakterlose H a l b j u d e n tummeln sich da, dazwischen drehen sich Frauen ohne jedes Rassegefühl. Und die Frauen sind es eben, die, falls sie nicht selbst schon jüdisch sind, in ihrer Freude am Fremdartigen und am schönen Schein zu Verbreiterinnen der Stilseuche werden." — Unmittelbar darauf brachte aber die „Dorfzeitung" eine Erwiderung, die ihr aus ihrem Leserkreise zugegangcn war, und in diesem Schreiben ließ es: „Wie es waschlappige und charakterlose Juden gibt, gibt es auch waschlappige und charakterlose Germanen. Ebenso gibt es unwahre, frivole, läppische und täppische Schriftsteller unter den Juden, w i e a u ch solche Schrift st e l l e r u n t e r d e n Germanen zu finden sind. Es ist aber die alte Ge-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.